SMI zurückhaltend vor US-Daten

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Freitag im frühen Handel kaum verändert. Damit legt der SMI nach dem guten Start der ersten Woche im neuen Börsenjahr eine Verschnaufpause ein.
06.01.2017 10:40
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich.
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich.
Bild: cash

Auch an der Wall Street stockte die Rally zuletzt: Der US-Leitindex Dow Jones Industrial näherte sich am Vortag mehrfach der Marke von 20'000 Punkten, konnte sie aber nicht überwinden. Die Börsen Asiens lieferten zum Wochenschluss ebenfalls keine Unterstützung.

Bis zur Publikation des US-Arbeitsmarktberichts am frühen Nachmittag - dem "Highlight" des Tages - dürfte es den Börsen allerdings an Schwung fehlen, heisst es am Markt. Im Vorfeld des anstehenden Job Report seien die Anleger vorsichtiger und würden erst einmal an der Seitenlinie Platz nehmen, so eine weitere Stimme. Die am Vortag veröffentlichten ADP-Beschäftigungszahlen hätten etwas für Ernüchterung gesorgt. Im Dezember waren in den USA demnach weniger neue Jobs als erwartet entstanden.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.30 Uhr 0,05% höher bei 8'396,98 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,04% auf 1'325,85 Zähler, während der breite Swiss Performance Index (SPI) unverändert bei 9'142,02 steht. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 17 im Minus, zwölf im Plus und LafargeHolcim unverändert.

Grösste Verlierer sind Sika (-1,6%). Im Übernahmestreit wurde die Berufung der Schenker-Winkler-Holding (SWH), welche die Interessen der Erbenfamilie Burkhard vertritt, gegen den Entscheid des Kantonsgerichts Zug von Ende Oktober nun der Gegenpartei zugestellt, wie Sika mitteilte. Das Kantonsgericht hatte festgehalten, dass die Beschränkung der Stimmrechte der SWH an der GV 2015 rechtens war. Damit wurde seinerzeit der Verkauf einer Kontrollmehrheit an Saint-Gobain verhindert. Über die Berufung wird das Obergericht des Kantons Zug entscheiden.

Bernstein erhöhte indes das Kursziel für die Aktien von Sika und bestätigte die Bewertung Outperform. Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller übertreffe derzeit kontinuierlich die Erwartungen, heisst es. Allerdings schliesse sich das Zeitfenster für eine schnelle Lösung im Übernahmekampf mit Saint-Gobain langsam, was eine vertane Chance sei. Sika legt am kommenden Dienstag Umsatzzahlen für 2016 vor. Im Wochenverlauf gehört die Aktie zu den wenigen Verlierern unter den SMI/SLI-Titeln, legte allerdings 2016 ganze 35% zu.

Klar tiefer stehen zudem noch Julius Bär und Geberit (-0,6%).

Credit suisse legen zu

Grösste Gewinner sind dagegen Credit Suisse (+1,0%), nachdem die Titel der Grossbank am Vortag grösste Verlierer waren. Allerdings hatten sie auch an den ersten zwei Handelstagen in der verkürzten Woche nach Neujahr 10% zugelegt.

Bei Actelion (+0,8%) gehen die Übernahmespekulationen indes weiter. Zuletzt hatte es geheissen, dass mit Johnson&Johnson über einen Deal verhandelt wird, bei dem die kommerziellen Aktivitäten von der Forschung und Entwicklung getrennt werden sollen. Die Rede war von einer Cash-Offerte in der Höhe von 260 USD pro Actelion-Aktie.

Der Vorschlag stamme Jean-Paul Clozel, schreibt am Freitag der "Tages-Anzeiger" unter Berufung auf das Umfeld der Unterhändler. Der CEO und Mitgründer wolle so verhindern, dass die Forschung nach einem Verkauf von Actelion heruntergefahren oder gar eingestellt wird. Jenen Teil der Forschung, der an neuen Wirkstoffen arbeitet, wolle er offenbar nicht aus der Hand geben. Die Unterhändler beider Gesellschaften hätten dem Vernehmen nach bei der eidgenössischen Übernahmekommission vorgefühlt, ob das komplexe Konstrukt eine Chance hätte, so das Blatt weiter.

Unter den Schwergewichten legen Roche (+0,4%) und Novartis (+0,1%) etwas zu, während Nestlé (-0,3%) im Minus stehen. Aus der Pharmabranche gibt es einige News: Die Roche-Tochter Genentech hat von der FDA die Zulassung für Lucentis bei Menschen mit einer bestimmten Sehkrankheit erhalten. Novartis schloss derweil eine Lizenz-Vereinbarung mit dem US-Unternehmen Ionis Pharmaceuticals und dessen Tochtergesellschaft.

Baloise, deren Titel um 0,1% abgeben, übernimmt 70% an Pax Anlage (Aktie +9,5%) und lanciert ein öffentliches Übernahmeangebot für die restlichen Titel im Streubesitz zu 1'600 CHF je Aktie. Bis zu 288 Mio CHF werden in die Transaktion investiert.

Am breiten Markt stehen Ascom (-0,3%) etwas unter Beobachtung. Die UBS nimmt für die Titel des Telekommunikationsunternehmen das Anlagerating Buy in Revision, nachdem es laut Medienberichten beim Ascom-Vorzeigeprodukt Myco Probleme gibt. Am Vortag brachen die Titel am Nachmittag mit den News um fast 6% ein.

(AWP)