SNB: Hinweis auf Höhe der Interventionen

Der Anstieg der Giroguthaben der Banken bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist ein Hinweis darauf, in welcher Grössenordnung die SNB nach dem Brexit am Devisenmarkt interveniert hat.
27.06.2016 10:41
Schweizerische Nationalbank (SNB) in Zürich.
Schweizerische Nationalbank (SNB) in Zürich.
Bild: cash

Die Giroguthaben inländischer Banken nahmen in der letzten Woche um 6,9 Mrd auf 423,5 Mrd CHF zu, und das Total der Sichtguthaben bei der SNB stieg um 4,8 Mrd auf 501,2 Mrd CHF. Dies geht aus der von der SNB veröffentlichten wöchentlichen Aufstellung geldpolitischer Daten vom Montag hervor. Schon in den letzten Monaten waren die gesamten Sichtguthaben zumeist angestiegen, aber nie in dieser Grössenordnung. Deutlich höhere Werte wurden aber rund um die Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar und Februar 2015 gesehen.

Die Wertveränderungen können zwar nicht eins zu eins mit den Interventionen gleichgesetzt werden, weil es sich um wöchentliche Durchschnittswerte handelt. Die Entwicklung ist aber ein Indiz dafür, ob und wie stark die SNB im Devisenmarkt interveniert, um eine zu starke Franken-Aufwertung zu verhindern. Denn wenn die Notenbank Devisen kauft, wird der Gegenwert in Franken dem Konto der jeweiligen Bank gutgeschrieben.

SNB räumt Interventionen ein

Die SNB hatte am letzten Freitag nach dem Entscheid Grossbritanniens, aus der EU auszutreten, Interventionen am Devisenmarkt eingeräumt. Der Franken sei im Zuge des Brexit unter Aufwertungsdruck geraten. Man habe daher mit Interventionen auf dem Devisenmarkt stabilisierend eingegriffen und bleibe am Markt aktiv.

UBS-Chefökonom Daniel Kalt schätzte danach gegenüber AWP das Niveau der Interventionen: "Es kann gut sein, dass die SNB in der aktuellen und auch in der nächsten Woche mit bis zu 10 Mrd CHF interveniert", meinte er am Freitagnachmittag. Er ging dabei nicht von einem Alleingang der SNB aus. Er sei sicher, dass sich die führenden Notenbanken im Vorfeld des Referendums abgesprochen hätten, wie sie im Falle des Brexit vorgehen wollten.

(AWP)