SNB-Präsident - Negativzinsen bleiben notwendig - Bankenbranche hält sich gut

Die Negativzinsen und die Bereitschaft der SNB zu Devisenmarktinterventionen bleiben gemäss SNB-Präsident Thomas Jordan weiterhin notwendig. Und: Der Schweizer Franken bleibe weiterhin überbewertet.
11.05.2017 12:43
Thomas Jordan, Präsident SNB.
Thomas Jordan, Präsident SNB.
Bild: cash

Das betonte Jordan am Donnerstag in einer Rede am "Private Banking Day" der Privatbankenbranche in Zürich.Auch die Nationalbank finde Negativzinsen "nicht toll", räumte Jordan ein. Allerdings sieht der SNB-Präsident keine Alternativen zur derzeitigen Politik. Denn eine Zinserhöhung würde sich durch eine Aufwertung des Wechselkurses unmittelbar negativ auswirken. "Würden wir jetzt die Zinsen anheben, würde es allen schlechter gehen und nicht besser", so Jordan. Aber je länger das Tiefzinsniveau anhalte, desto "schwieriger werde es".

Die Auswirkungen der Negativzinsen auf die Bankenbranche seien allerdings weniger gravierend als Anfang 2015 noch erwartet - die Banken hätten sich besser geschlagen als gedacht, sagte Jordan. Seit der Einführung der Negativzinsen habe sich die Profitabilität der Banken nicht verringert. Zu beobachten sei allerdings eine Zunahme der Risikoneigung - die Banken sicherten Risiken weniger stark ab. Während das Zinsrisiko anstieg, sei die die Zinsmarge nicht mehr weiter zurückgegangen.

Auch auf dem Immobilienmarkt sieht der SNB-Präsident keine allzu starken Auswirkungen. "Die Banken haben sich bei der Hypothekenvergabe vernünftig gezeigt." So sei die Wachstumsrate der Hypotheken sogar etwas zurückgekommen, die Immobilienpreise hätten sich seit 2015 tendenziell stabilisiert. Wenig erfreulich sind die Aussichten für institutionelle Anleger wie Pensionskassen: Auch bei einer allmählichen Normalisierung der Geldpolitik dürften die Zinsniveaus weiterhin tief bleiben, meinte Jordan.

(AWP)