SNB-Überschuss dank Devisen und Gold

Die Schweizerische Nationalbank weist für das erste Halbjahr 2016 einen Gewinn von 21,3 Milliarden Franken aus. Die SNB profitiert dabei vor allem von Wertzuwächsen im Devisen- und Goldportfolio.
29.07.2016 08:17
Gebäude der Schweizerischen Nationalbank in Zürich: Der Gewinn dürfte auch Bund und Kantone freuen.
Gebäude der Schweizerischen Nationalbank in Zürich: Der Gewinn dürfte auch Bund und Kantone freuen.
Bild: cash

Allein im zweiten Quartal belief sich der SNB-Gewinn auf 15,6 Mrd. Im ersten Semester des Vorjahres hatte bekanntlich noch ein sehr hoher Verlust von 50,1 Mrd resultiert; dies wegen der Aufgabe des Euro-Mindestkurses durch die SNB, was auf den Fremdwährungspositionen zu hohen Verlusten von 47,2 Mrd CHF geführt hatte.

Von Januar bis Juni 2016 summierten sich nun Gewinne von 13,0 Mrd CHF auf den Fremdwährungspositionen, wie die SNB am Freitag mitteilte. Davon entfielen 4,1 Mrd CHF auf Zinserträge und 1,7 Mrd auf Dividendenerträge.

Die Kurse auf Obligationen und Aktien entwickelten sich laut SNB unterschiedlich. Das tiefere Zinsniveau führte zu Kursgewinnen von 10,3 Mrd CHF auf den Zinspapieren, auf den Beteiligungspapieren resultierte dagegen ein Verlust von 0,2 Mrd. Die wechselkursbedingten Verluste werden mit 2,9 Mrd CHF beziffert.

Auf den Goldpositionen entstand im ersten Halbjahr ein Bewertungsgewinn von 7,6 Mrd CHF - im Vorjahr hatte hier noch ein Verlust von 3,2 Mrd resultiert. Das Gold wurde per Ende Juni 2016 zu 41'408 CHF pro Kilogramm gehandelt, nach 34'103 CHF per Ende 2015.

Aus den Frankenpositionen resultierte ein Gewinn von 868 Mio CHF. Er setzte sich im Wesentlichen aus den seit dem 22. Januar 2015 erhobenen Negativzinsen auf Girokontoguthaben von 692 Mio sowie aus Kursgewinnen von 150 Mio und Zinserträgen von 31 Mio auf den Wertschriften in Franken zusammen.

Den höchsten Gewinn, den die SNB in einem Geschäftsjahr erzielt hat, lag bei 38,3 Mrd CHF und datiert von 2014. Die SNB weist jedoch darauf hin, dass ihr Ergebnis der Nationalbank von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig ist. Starke Schwankungen seien deshalb die Regel und Rückschlüsse auf das Jahresergebnis nur bedingt möglich.

(AWP)