SNB-Zurbrügg mahnt Banken zur Vorsicht - Neue 20-Franken-Note kommt

SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg mahnt die inlandorientierten Banken zur Vorsicht. Er kündigt fürs neue Jahr zudem die Ausgabe einer neuen Schweizer Banknote an.
15.12.2016 10:28
Fritz Zurbrügg, Vizepräsident des SNB-Direktoriums.
Fritz Zurbrügg, Vizepräsident des SNB-Direktoriums.
Bild: cash

Deren Risikoappetit sei nach wie vor gross, was sich bei den eingegangenen Zins- und Tragbarkeitsrisiken im Hypothekargeschäft zeige, sagte er am Donnerstag laut Redetext an der Medienkonferenz der SNB zur aktuellen Lagebeurteilung. Die Risiken, die sich im Bankensektor seit Beginn der Tiefzinsphase aufgebaut haben, blieben somit erheblich - auch wenn die Ungleichgewichte am Hypothekar- und Immobilienmarkt zuletzt leicht gesunken seien.

"Stresstests der Nationalbank deuten darauf hin, dass diese Risiken dank insgesamt guter Kapitalausstattung momentan tragbar sind", räumte Zurbrügg zwar ein. Die Banken sollten seiner Meinung nach jedoch ihre Risikopolitik weiterhin auf einen "langfristigen Horizont ausrichten". Es möge zwar "gute Argumente" dafür geben, dass das durchschnittliche Zinsniveau in der Zukunft tiefer liegen könnte als in der Vergangenheit. "Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass das aktuelle Zinsniveau das neue Gleichgewicht darstellt", so der Notenbanker.

Den Grossbanken attestierte Zurbrügg Fortschritte bei der Eigenkapitalsituation. Diese habe sich seit der Publikation des Finanzstabilitätsberichts im Juni "leicht verbessert". Gleichzeitig hätten die Grossbanken ihren Bestand an sogenannten Bail-in-Bonds deutlich erhöht. Letztere seien die Grundlage für eine Abwicklung oder Restrukturierung einer Bank im Krisenfall. Auch was das harte Kernkapital betreffe, erfüllten beide Grossbanken "weitgehend" die Zielwerte, die nach Ablauf der Übergangsphase gelten werden.

Zufrieden ist Zurbrügg auch mit weiteren Fortschritten der Grossbanken bei ihrer Notfallplanung - insbesondere der Gründung von Schweizer Tochtergesellschaften. "Entscheidend ist hierbei dass die Schweizer Einheiten operativ und finanziell genügend unabhängig vom Rest der Bank werden", sagte er weiter.

Nachdem im letzten Frühling die neue 50-CHF-Note in Umlauf gebracht wurde, soll am 17. Mai 2017 die neue 20-CHF-Note ausgegeben werden, sagte Zurbrügg weiter. Die Ausgabe der neuen 10-CHF-Note sei dann für den Herbst 2017 geplant.

(AWP)