So klettern Sie die Karriereleiter hoch

Wer Karriere machen will, muss der Typ dafür sein. Aber es geht nicht, ohne dass jemand mit einem bestimmten System vorgeht. cash nennt wichtige Aspekte auf dem Weg nach oben – oder zur eigenen Zufriedenheit im Beruf.
25.02.2016 01:05
Von Marc Forster
Wer Chef werden will, muss den Willen dazu haben.
Wer Chef werden will, muss den Willen dazu haben.
Bild: iNg

Wer Karriere machen will, muss dies an sich ziemlich früh wissen. Glück spielt immer auch eine Rolle, aber wider Erwarten gelangt jemand selten in eine führende Stellung. Eine Mischung aus angeeingneten Fähigkeiten und dem Gespür für Situationen entscheiden darüber, wer die Leiter erklimmt; Know-How und Intuition entscheiden über den beruflichen Weg.

Der Gründer von Twitter, Jack Dorsey, hat folgendes gesagt: "Perfektioniere jedes Detail. Aber begrenze die Anzahl an Details, die Du perfektionieren musst." cash gibt eine entsprechende Liste an die Hand und sagt, welche Details ganz sicher eine Rolle spielen, aber auch Dinge, die vielleicht manchmal wichtiger sind als der unbedingte Wille zum höchsten Chefposten.

Ziel kennen: In jungen Jahren wissen viele noch nicht genau, was sie wollen. Trotzdem finden schon mit der Wahl der Ausbildung wichtige Weichenstellungen statt. Dass diese nicht zu eng ausfallen, müssen einige Dinge frühzeitig bedacht werden: Wer eine Lehre macht, sollte sich auch die Frage nach der Weiterbildung stellen – gerade die Schweiz verfügt in dieser Hinsicht mit dem dualen Bildungssytem über hervorragende Voraussetzungen. Studienabsolventen müssen auch Praxiserfahrung sammeln, möglichst schon während des Studiums. Wer es noch schwerfällt zielgerichtet eine Berufslaufbahn anzugehen sollte im Gegenzug versuchen, eine breite Basis von Wissen und Fähigkeiten zu erwerben.

Lücken schliessen: Niemand kommt mit allem Wissen gesegnet aus der Ausbildung, und kaum jemand tritt eine Tätigkeit an, über die sie oder er schon alles weiss. Wissenslücken zu schliessen ist beispielsweise wichtig bei technischem Wissen, Digitalisierung, Sprachen oder auch den Finanzen, nicht zuletzt den persönlichen. Sich rechtzeitig mit den finanziellen Perspektiven auseinanderzusetzen ist entscheidend für die weiter Karriere- und Berufsplanung.

Umgang mit Vorgesetzten: Vorgesetzte entscheiden nun einmal über den weiteren Weg: Im Umgang mit der Chefin oder dem Chef ist Fingerspitzengefühl gefragt, was auch den eher psychologischen Aspekt enthält, dass sie die Vorgesetzten gut kennen und gut einschätzen können. Unterwürfigkeit aber bringt Sie kaum weiter, ausser annehmbarerweise in eine neue Position, wo sie unterwürfig agieren werden.

Soziale Kompetenz: Im Umgang mit Kollegen brauchen sie klar Durchsetzungsfähigkeit. Damit es aber wirklich funktioniert mit dem Aufstieg müssen Sie auch kommunizieren oder motivieren können, aber auch im richtigen Moment Einfühlungsvermögen zeigen. Je mehr Selbstsicherheit und Persönlichkeit sie entwickeln, desto eher werde sie natürlicherweise als Führungspersönlichkeit angesehen. Das heisst alles nicht, dass sie nicht auch ein bisschen raffiniert und vielleicht etwas rücksichtslos sein müssen und etwaige Konkurrenten genau im Auge behalten sollten. 

Networking und Selbst-Marketing: Für den Aufstieg müssen Sie die richtigen Leute kennen, ganz klar. Dabei sollten man aber nicht nur vorteilsbedacht in der eigenen Firma nach potentiellen Karrierehelfern suchen, sondern auch ausserhalb. Menschen aus möglichst vielen Bereichen zu kennen erweitert den Horizont. Ihre Leistungen und Fähigkeiten müssen Sie zwangsläufig hochhalten, um wahrgenommen zu werden. Fallen Sie duch gutes Beispiel und Ideen auf, aber schauen Sie, dass dies ankommt. Natürlich sollte dies nicht zu plump erfolgen.

Nischen suchen: Erfolg heisst nicht per se Aufstieg, sondern hat auch viel mit Zufriedenheit zu tun. Statten nur die Leiter nach oben zu sehen, können Sie sich geradesogut damit beschäftigen, wie und wo sie Ihre Fähigkeiten am besten zum Einsatz bringen. Und das ist vielleicht eher in einer Nische als in der obersten Etage.

Marschhalt einlegen: Auch auf Karriereschritte zu verzichten ist eine Form der Karriereplanung. Berufstätige über 40 befinden sich nach dem Ansammeln von Berufserfahrung auf dem Höhepunkt ihrer Laufbahn, aber die Frage stellt sich, ob es unbedingt so weitergehen soll. Genauso kann jemand auf dem Karriereweg irgendeinmal stolpern. Dann ist entscheidend, wie man damit umgehen kann. Im Nachhinein mag sich ein Knick im Lebenslauf gar als Segen herausstellen.

«Kosten» im Auge behalten: Karriere kostet nicht nur im Bezug auf die Ausbildung. Eine zu einseitige Fokussierung auf berufliche Ziele kann das eigene Umfeld belasten oder zu gesundheitlichen Problemen führen. Seine Situation zu hinterfragen ist kein Zeichen der Schwäche: Wer auf Ziele fokussiert ist, verliert leicht den Blick auf vermeintliche Nebensächlichkeiten, die aber zentral sein können.

Am Ball bleiben: Nicht nur sollten Ziele konsequent verfolgt werden, sondern auch lange genug. Für heutige Generationen dürfte das Arbeitsleben später enden als mit 64 oder 65 Jahren, dem aktuell offiziellen Pensionsalter.