So legt YB-Trainer Forte sein Geld an

YB-Trainer Uli Forte äussert sich im cash-Video-Interview zu seinem Ärger über die verpassten Twitter-Aktien. Und er sagt, wieso aus ihm beinahe ein Banker wurde.
14.11.2013 22:00
Von Pascal Meisser
Für einmal hat YB-Trainer Uli Forte gut lachen: An der Börse hat er mehr Erfolg als auf dem Fussballplatz.
Bild: cash

Aus sportlicher Sicht ist YB-Cheftrainer Uli Forte derzeit nicht gerade zu beneiden: Am letzten Wochenende schied sein Verein im Schweizer Cup gegen den Lausanner Erstligisten Le Mont sang- und klanglos mit 1:4 aus. Und auch in der Meisterschaft läuft es den Bernern trotz eines Traumstarts im Sommer und dem aktuell dritten Tabellenplatz nicht gerade rund.

Deutlich erfolgreicher ist Forte aber, wenn es um die eigenen finanziellen Angelegenheiten geht. Der Zürcher gehört zu jenen Anlegern, die dieses Jahr von der starken Börsenhausse profitieren können. Seit Anfang Jahr hat der Schweizer Aktienmarkt über 20 Prozent zugelegt. "Ja, ich bin hauptsächlich in Aktien investiert, vor allem in Blue-Chips-Titeln", sagt Uli Forte im cash-Video-Interview. Ausser in Aktien halte er den Rest des Vermögens als Festgeld auf dem Konto, andere Anlagen hält er nicht. "Ich bin ein langfristig denkender Anleger", sagt Forte.

Beinahe Banker geworden

Sein Interesse für das Geschehen an den Finanzmärkten kommt nicht von ungefähr: 2002 - noch vor dem Start seiner Trainer-Laufbahn - nahm Forte an der Universität Zürich ein Wirtschaftsstudium mit Fachrichtung Finance auf, das er vier Jahre später aber zugunsten des Sports vorerst wieder aufs Eis legte. Um ein Haar wäre aus aus dem Trainer Forte womöglich der Banker Forte geworden. "Hätte es mit dem Fussball nicht geklappt, wäre ich sicher in der Bankbranche gelandet", sagt er.

Als bestes Investment bezeichnet Uli Forte den Kauf von Apple-Aktien. "Da hatte ich ein paar Shares drin", so der YB-Trainer. Leider habe er es aber verpasst, seine ganze Position rechtzeitig zu verpassen. Die Titel des US-Technologiekonzerns hatten sich im letzten Jahr auf das Rekordhoch von 702 Dollar beinahe verdoppelt, ehe der Aktienkurs wieder deutlich korrigierte. Inzwischen haben sich die Notierungen wieder leicht erholt.

Erst kürzlich hatte sich Forte zudem über einen verpassten Kauf geärgert. "Beim Twitter-Börsengang wäre ich gerne dabei gewesen. Ich hatte mich sehr aufgeregt, dass es nicht geklappt hatte", so Forte. Der Internet-Kurznachrichtendienst ist vor einer Woche an die Börse gegangen. Bereits am ersten Handelstag zogen die Titel um über 70 Prozent an.

Immobilien (noch) kein Thema

Forte ist nicht der einzige Trainer in der Super League, der seine Finanzangelegenheiten publik macht. Bereits im Juli gewährte der FC-Basel-Coach Murat Yakin einige Einblicke. Er investiere eigentlich nur in Immobilien, sagte Yakin damals gegenüber der Basler Zeitung. Ihn hätten Mauern schon immer fasziniert - im Gegensatz zu einem Stück Papier. "Eine Aktie ist einfach ein Wisch mit Unterschriften und Zahlen. Da werde ich misstrauisch", so Yakin weiter.

Immobilien könnten auch für Forte zu einem Anlagethema werden. "Das ist sicher auch eine Möglichkeit", sagt er im Video-Interview. Er sei aber noch nicht dazu gekommen, ein passendes Haus zu finden. "Ich halte die Augen offen und habe mir bereits ein, zwei Objekte angeschaut. Sie entsprachen aber nicht meinen Vorstellungen", so Forte.

Und wie steht es um seine Spieler? Wie investieren die YB-Stars? "Das ist in der Mannschaftskabine kaum ein Thema", sagt Forte. Die meisten seiner Spieler seien zu jung, um bereits ans Anlegen zu denken. Bei erfahreneren Spielern wie beispielsweise Nationalmannschaftstorhüter Marco Wölfli oder Christoph Spycher könne er sich aber schon vorstellen, dass die sich Gedanken über Investments machen würden. 

Dubiose Machenschaften

Gerade jüngere Spieler müssten aber aufpassen, dass sie sich verspekulieren. Es passiere immer wieder, dass diese auf unseriöse Machenschaften aufspringen würden. "Dann ist es mir lieber, wenn sie ihr Geld auf dem Konto lassen, auch wenn der Zins derzeit sehr niedrig ist", sagt Forte.

Seine Sorge kommt nicht von ungefähr. Denn die Liste jener Ballvirtuosen, die mit kolossalen Fehlinvestments viel Geld liegen gelassen haben, ist lang. Unvergessen bleibt der Fehltritt von Italiens Fussball-Legende Roberto Baggio Mitte der 90-er Jahre. Baggio war Kunde einer dubiosen Investment-Firma in Jamaika, die sämtliches Geld ihrer Anleger veruntreute. Dies brachte dem italienischen Fussballstar einen Verlust von rund sechs Millionen Franken ein.

Schauen Sie hier das komplette Video-Interview mit Uli Forte.

Das Gespräch wurde am Rande der Morningstar Investment Conference 2013 in Zürich geführt.