So schneidet der SMI in Ranglisten ab

In den letzten Tagen veröffentlichten gleich zwei Grossbanken ihre Ranglisten mit den attraktivsten Börsen - mit einem recht ernüchterndem Resultat für den Swiss Market Index.
03.09.2015 08:18
Von Lorenz Burkhalter
Im europäischen Vergleich schneidet die Schweizer Börse bei Citigroup und UBS eher schlecht ab.

Die gute Nachricht zuerst: In der Rangliste der attraktivsten Börsen der Citigroup konnte die Schweiz im September fünf Plätze gutmachen. Allerdings steht unser Heimmarkt, vertreten durch den Swiss Market Index (SMI), nur auf Rang sechs, hinter den Börsenbarometern von Singapur, den USA, Australien, Österreich, Deutschland und den Niederlanden.

Diese monatlich erstellte Rangliste hat es übrigens in sich: Seit Anfang Januar 1999 haben die attraktivsten fünf Aktienindizes jährlich 9,12 Prozent abgeworfen, die fünf unattraktivsten nur gerade 3,43 Prozent. Dazwischen klafft eine Lücke von 5,69 Prozent – und das jedes Jahr.

In die Länderbewertung der Citigroup fliessen Faktoren wie die Entwicklung der Gewinnerwartungen, die Dividendenrendite, die Zinsentwicklung sowie zahlreiche andere Bewertungskennzahlen.

Die amerikanische Grossbank stört vor allem das hohe Gewicht von Aktien aus den defensiven Sektoren Nahrungsmittel und Pharma. Diese sind beim SMI, vertreten durch die drei Indexschwergewichte Nestle, Roche und Novartis, für gut die Hälfte der Gesamtkapitalisierung verantwortlich. Dieser Faktor hat sowohl negative Auswirkungen auf die Bewertung als auch auf die Gewinnerwartungen.

Hohe Bewertung - das aber schon seit Jahrzehnten

Mit ihrer eher vorsichtigen Einschätzung ist die Citigroup bei weitem nicht alleine. Auch die UBS Investmentbank veröffentlichte erst vor wenigen Tagen eine Rangliste der attraktivsten Börsen. Auf dieser ist die Schweiz nur auf Platz neun und damit auf dem zweitletzten Rang zu finden.

Was das Gewinnmomentum anbetrifft, so können die hiesigen Unternehmen bei der Grossbank punkten. Sie belegen in diesem Zusammenhang Platz vier. Nur den neunten Rang gibt es bei den Möglichkeiten, die Unternehmensgewinne zu steigern und bei der Bewertung sogar nur den zweitletzten Platz. Im hintersten Drittel bewegt sich die Schweizer Börse auch in Bezug auf die Konjunkturabhängigkeit, das Zinsumfeld sowie auf den Ergebnisbeitrag aus dem innereuropäischen Raum.

Interessant ist, dass die UBS den Schweizer Aktienmarkt trotz seinem eher mässigen Abschneiden mit "Neutral" und nicht mit "Untergewichten" einstuft. Dass die hiesigen Dividendenpapiere nicht gerade hoch in der Gunst der Banken und ihrer Anlagestrategen stehen, muss nicht unbedingt von Nachteil sein. Sollte das Aktienumfeld über die kommenden Monate schwierig bleiben, könnten defensive Qualitäten wie die der Schweizer Börse wieder an Bedeutung gewinnen.