So sehr glauben cash-Leser an Dollar-Parität

Der Dollar nähert sich der Parität zum Franken. Bei der Frage, ob wir die Währungen einmal 1:1 tauschen, zeigt sich unter den cash-Lesern ein klarer Trend. Weniger Einigkeit herrscht bei der Frage nach dem Zeitpunkt.
14.10.2014 14:20
Von Marc Forster
Totgesagte leben länger: Vieles spricht für einen weiteren Dollar-Anstieg.
Totgesagte leben länger: Vieles spricht für einen weiteren Dollar-Anstieg.

Alleine seit Anfang Mai hat der Dollar zum Euro knapp 11 Prozent zugelegt. Dank des von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vor drei Jahren eingeführten Euro-Mindestkurs entwickelte er sich zum Franken nahezu im Gleichschritt. Aktuell kostet ein Dollar gemäss Interbankenkurs 95,3 Rappen. Anfang Oktober hatten die Marktkräfte den Dollar auf ein Jahreshoch bei 96,8 Rappen gehievt. Zuletzt hatte sich der Dollar im Frühsommer 2012 in Richtung Franken-Parität bewegt.

Dass der Dollar in den nächsten vier Wochen schon mindestens einen Franken wert sein wird, glauben nur 8 Prozent in der Umfrage, an der knapp 1900 cash-Leser teilgenommen haben. 27 Prozent hingegen erwarten, dass dass der Gleichstand Ende Jahr erreicht ist - also in knapp zweieinhalb Monaten. Wer dann den Neujahrsurlaub jenseits des Atlantiks verbringen möchte, müsste also schon tiefer in die Tasche greifen als jetzt.

Deutliche 29 Prozent glauben, dass die Franken-Dollar-Parität bis Mitte des nächsten Jahres erreicht sein wird. Damit haben die "Paritätsprophenten" unter den cash-Lesern eine deutliche Mehrheit von 64 Prozent. Somit verbleiben 36 Prozent, die in der absehbaren Zukunft keinen Gleichstand der schweizerischen und der amerikanischen Währung erwarten.

Gewagte Voraussagen

Krasser muten Voraussagen an, die Experten in Simulationen erstellen. Die US-Bank Morgan Stanley etwa kann sich vorstellen, dass der Greenback auf 1,14 Franken steigt, das wären noch einmal rund 20 Prozent. Während Europa, Japan und die Schwellenländer mit einer Wachstumsverlangsamung zu kämpfen hätten, bleibe die Entwicklung in den USA weiterhin stark. Diese Abkoppelung habe grundlegende Verschiebungen im Währungsgefüge zur Folge, so die Experten. Um die Weltwährungen in ein Gleichgewicht zu bringen, müsste der Dollar noch deutlich aufwerten.

Die Dollarstärke ist aber auch die Euro-Schwäche. Auch weil die Europäische Zentralbank die Zinsen noch lange tief zu halten gedenkt, steigt der Dollar. Zudem sind die Hüter der Einheitswährung durchaus an einer Euro-Abwertung interessiert. Aus Expertensicht ist es gut möglich, dass der Euro seinen 30 Jahre währenden Abwärtstrend beendet.