Solarindustrie hofft auf US-Militärhilfe

Das US-Militär ist nicht gerade für sein Umweltbewusstsein bekannt. Dennoch setzt es immer stärker auf die Solarenergie. Verhilft ausgerechnet das US-Militär der Solarindustrie zum Durchbruch?
20.08.2013 08:45
Von Lorenz Burkhalter

Experten schätzen, dass das US-Militär bis Ende dieses Jahrzehnts mehr als die Hälfte des Energiebedarfs aus alternativen Energiequellen bezieht. Der Fokus liegt dabei ganz klar beim Solarstrom. Das zeigt sich bereits heute: In Afghanistan tragen US-Marineeinheiten bei ihren Einsätzen Solarzellen auf sich. Diese sind nicht nur sehr leicht, sie sind auch höchst effizient.

Auch sonst setzt man beim US-Militär immer stärker auf die Solarenergie. Gemäss einem Artikel in «The Telegraph» deckt der Luftwaffenstützpunkt in der kalifornischen Mojave-Wüste heute rund einen Drittel seines Energiebedarfs mit Solarstrom. Und der Stützpunkt der Seestreitkräfte in Pearl Harbour werde diesem Beispiel schon bald folgen, so heisst es weiter.

Winken Forschungsbeiträge in Milliardenhöhe?

Dank Forschungsbeiträgen in Milliardenhöhe verhalf das US-Militär in den Achtzigerjahren schon der Halbleiterindustrie zu einem technologischen Quantensprung. Experten zufolge wäre die Branche ansonsten heute bei weitem nicht dort, wo sie ist.

Für die darbende Solarindustrie käme diese Hilfe zu einem nicht ungünstigen Zeitpunkt, ist sie doch schon seit geraumer Zeit im Krisenmodus. Zum einen wurden in den letzten Jahren gerade in Asien gewaltige Überkapazitäten geschaffen und zum anderen strichen wichtige Abnehmerländer wie Deutschland oder Italien die staatlichen Subventionen zusammen.

Und obschon sich beim Wirkungsgrad von Solarzellen einiges getan hat, ist man unter Ausklammerung staatlicher Subventionen noch weit von der Netzparität entfernt. Dies, obschon die Preise aufgrund der gewaltigen Überkapazitäten und der beinahe schon ruinösen Preispolitik chinesischer Anbieter über die letzten Jahre deutlich gesunken sind.