«Spürbarer Preisdruck auf Wohnimmobilien»

Die Wohnimmobilienpreise in der Schweiz bewegten sich gemäss der UBS im zweiten Quartal 2014 weiter auf hohem Niveau. Allerdings greift langsam die Regulierung.
05.08.2014 08:36
Von Daniel Hügli
Blick über das Triemli-Quartier in Zürich: Die Immobilienpreise in der Schweiz bleiben hoch.

Der UBS Swiss Real Estate Bubble Index steht im zweiten Quartal mit 1,24 unverändert in der Risikozone, schreibt die UBS in einer Medienmitteilung am Dienstag. Gegenüber dem Vorquartal stieg der Index geringfügig um 0,02 Punkte. Die Risiken auf dem Immobilienmarkt haben damit seit einem Jahr nicht mehr signifikant zugenommen.

Dies sei nicht selbstverständlich, denn das Umfeld für Immobilien sei im laufenden Jahr soweit "hervorragend", wie die UBS festhält: "Die langfristigen Zinsen haben sich seit Jahresbeginn halbiert, die Zuwanderung hält sich auch nach Annahme der Masseneinwanderungsinitiative auf dem hohen Niveau der Vorjahre und auch die Konjunktur läuft gut."

Die regionalen Risiken bleiben unverändert. Hohe Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen von über 4 Prozent wurden in der Südschweiz und der Nordwestschweiz beobachtet. Am Genfersee und in Zürich bleiben die Wohnungspreise hingegen unter Druck, was angesichts der hohen Bewertung aber keine Entwarnung signalisiert.

Das generelle Abbremsen des Anstiegs bei den Immobilienpreisen führt die UBS auf die Massnahmen des Bundesrates zurück. Der anhaltende Trend zur Verschärfung der regulatorischen Vorschriften zur Hypothekarvergabe drücke spürbar auf die Preise für Wohnimmobilien und dämpfe die Zukunftsaussichten. Dies könne durch aus als Erfolg für die bisher getroffenen härteren Eigenkapitalvorschriften bei der Hypothekarvergabe gewertet werden.

Die Schweiz werde mit jeder weiteren Massnahme mehr und mehr zum Experimentierfeld, ob die Feinsteuerung des Immobilienmarkts über Vorschriften zur Hypothekarvergabe des Bankensektors gelingen könne, so die UBS weiter. Der Regulator habe eine glaubwürdige Bedrohungskulisse aufgebaut, dass bei einer neuerlichen Beschleunigung der Preis- und Verschuldungsdynamik die Regulierungsschraube weiter angezogen werde.

"Preiswachstumsraten von schweizweit durchschnittlich gegen 5 Prozent jährlich wie in den Boom-Jahren 2008 bis 2011 dürften damit trotz guten Wirtschaftsdaten bis auf weiteres Geschichte sein. Sollten sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen jedoch wider Erwarten verschlechtern und auch die Immobilienpreise fallen, so bleibt offen, ob die regulatorischen Hürden wieder rechtzeitig abgeschafft werden können.", schreibt die UBS in einer Mitteilung.