Staatsfonds macht Kasse - GIC steigt bei Straumann aus - die Aktie taucht

Nach dem Verkauf eines UBS-Pakets trennt sich der Singapurer Staatsfonds GIC auch bei Straumann von seinen restlichen Aktien. Davon aufgeschreckt, gibt die Aktie deutlich nach.
17.05.2017 13:05
Von Lorenz Burkhalter
Produkte wie der Narrow Neck CrossFit bescheren dem Implantatehersteller Straumann traumhafte Wachstumsraten.
Produkte wie der Narrow Neck CrossFit bescheren dem Implantatehersteller Straumann traumhafte Wachstumsraten.
Bild: ZVG

Der Singapurer Staatsfonds GIC will es wissen: Zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden nimmt er bei einem bekannten Unternehmen aus der Schweiz Geld vom Tisch.

Nach der Schweizer Grossbank UBS trifft es den Dentalimplantatehersteller Straumann. Wie das zuletzt sehr erfolgreiche Unternehmen aus Basel am Mittwoch früh über den Nachrichtendienst Twitter vermeldet, platzierte eine Investmentbank im Auftrag von GIC 540‘000 Aktien zu je 541 Franken bei institutionellen Investoren. Gegenüber dem Schlusskurs vom Dienstag entspricht das einem Abschlag von knapp 2 Prozent, was auf eine gute Nachfrage schliessen lässt.

An der Schweizer Börse SIX verliert die Straumann-Aktie zur Stunde 3,6 Prozent auf 531,50 Franken. Erstmals berichten Beobachter von grösseren Gewinnmitnahmen aus dem Ausland.

 

Damit hält sie sich besser, als Ende August letzten Jahres. Damals trennte sich der Grossaktionär aus Asien nämlich schon einmal von 1,4 Millionen Aktien. Obwohl das Unternehmen selber einen Teil des Aktienpakets erwarb, verlor Straumann am Tag des Bekanntwerdens mehr als 5 Prozent seines Börsenwerts. Es sollte Wochen dauern, bis die Aktie des Dentalimplantateherstellers wieder in die Spur zurückfindet.

Hauptaktionär Thomas Straumann dürfte sich die Haare raufen

Über die Beweggründe für die kürzlichen Beteiligungsreduktionen beim Detailhandelskonzern Dufry und der UBS sowie den Ausstieg bei Straumann lässt sich aus heutiger Sicht bloss spekulieren. Gerade die Aktie von Straumann ist in den vergangenen Wochen und Monaten aber sehr gut gelaufen. Innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich der Börsenwert des Dentalimplantateherstellers nahezu verfünffacht. Alleine seit Jahresbeginn errechnet sich mittlerweile in Kursplus von fast 40 Prozent. Auf Basis aktueller Analystenschätzungen für das nächste Jahr errechnet sich ein stolzes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 35. Die Dividendenrendite liegt bei mageren 1,1 Prozent. So richtig übelnehmen kann man GIC den Ausstieg deshalb nicht.

Imposante Kursentwicklung der Straumann-Aktie seit November 2012 (Quelle: www.cash.ch)

Das Nachsehen dürfte Thomas Straumann haben. Es war der Hauptaktionär, welcher sich im November 2012 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von 1,52 Millionen Aktien zu je 98,45 Franken trennte. Der Käufer: der Staatsfonds von Singapur (mehr dazu finden Sie hier).

Damals wurde übrigens gemunkelt, dass Straumann einen Teil seiner Aktienbeteiligung als Sicherheit für einen Kredit hinterlegt habe. Weil der Aktienkurs in den Monaten zuvor kräftig an Wert verloren habe, sei er zum Verkauf von Teilen der Beteiligung gezwungen gewesen. Erhärten liessen sich diese Spekulationen allerdings bis heute nicht. Mit 17,3 Prozent der Stimmen bleibt Straumann grösster Aktionär beim Dentalimplantatehersteller, gefolgt vom bekannten Industriellen Rudolf Maag mit 12,2 Prozent.