Stahlhersteller - Schmolz+Bickenbach mit Nettoverlust im zweiten Quartal

Schmolz+Bickenbach hat unter einem Nachfragerückgang aus der Automobilindustrie und verlangsamtem Wirtschaftswachstum gelitten.
07.08.2019 08:13
Clemens Iller ist CEO von Schmolz+Bickenbach.
Clemens Iller ist CEO von Schmolz+Bickenbach.
Bild: cash

Der Umsatz und das bereinigte Betriebsergebnis waren im zweiten Quartal 2019 wie bereits zuvor angekündigt rückläufig. Unter dem Strich wurde ein Verlust ausgewiesen.

Die Absatzmenge sank um 16 Prozent auf 486 Kilotonnen und der Umsatz um 11 Prozent auf 807,6 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der proportional zum Absatz geringere Rückgang beim Umsatz sei auf höhere Verkaufspreise zurückzuführen.

Das zweite Quartal sei noch anspruchsvoller gewesen als das erste. Sowohl Auftragseingang als auch Auftragsbestand waren weiterhin rückläufig, schrieb S+B weiter. Die erwartete graduelle Normalisierung der Nachfrage habe entgegen den Erwartungen im zweiten Quartal nicht eingesetzt. Ungelöste Handelskonflikte und politische Unsicherheiten hätten das Geschehen geprägt und zu einem verlangsamten Wachstum in den Absatzmärkten geführt. Am stärksten davon sei die Automobilindustrie betroffen gewesen, hiess es weiter.

Der bereinigte Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA verringerte sich den nun vorgelegten definitiven Zahlen zufolge um 52 Prozent auf 40,5 Millionen Euro. Unter dem Strich verblieb ein Verlust von 13,6 Millionen nach einem Gewinn von 37,1 Millionen im Vorjahr.

Das Unternehmen habe Massnahmen eingeleitet, um die Auswirkungen der Konjunkturverlangsamung abzufedern. Dabei wurden etwa Kostensenkungen in der Verwaltung, eine Reduktion der Zahl der Leiharbeiter, die Priorisierung laufender Projekte und Verschiebungen bei Unterhaltsarbeiten genannt. Die Produktion wurde gedrosselt, um dadurch die Lagerbestände der aktuell niedrigen Nachfrage besonders aus der Automobilindustrie anzupassen, hiess es weiter.

Tieferer Ausblick bekräftigt

Im Juli hatte S+B bereits vorläufige Eckwerte genannt und zugleich seine Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. Diese Guidance wurde nun erneut wiederholt. Demnach wird ein bereinigtes EBITDA zwischen 130 und 170 Millionen Euro erwartet. Zuvor hatte das Unternehmen eine Zielspanne von 190 bis 230 Millionen genannt.

Aus heutiger Sicht könne man erst gegen Ende des Jahres von einer schrittweisen Erholung der Nachfrage ausgehen. Derzeit konzentriere sich das Unternehmen auf die industrielle Integration von Ascometal. Damit soll die Marktposition des Konzerns mittel- bis langfristig weiter gestärkt werden, hiess es weiter. An der Effizienz, Profitabilität und Optimierung der Lagerbestände soll weiter gearbeitet werden. Zudem seien Massnahmen zur Verbesserung der Ertragslage bei der US-amerikanischen Tochter Finkl Steel geplant.

(AWP)

 

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