Stahlhersteller - Schmolz+Bickenbach übertrifft Analystenerwartungen - Ausblick verhalten

Der Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach hat im vierten Quartal eine hohe Wertberichtigung auf die US-Tochter Finkl Steel vorgenommen und weist für das Gesamtjahr 2018 daher einen Verlust aus.
13.03.2019 08:10
Produktionshalle von Schmolz+Bickenbach.
Produktionshalle von Schmolz+Bickenbach.
Bild: youtube

Die Ascometal-Übernahme und die höheren Preise trieben jedoch den Umsatz. Unter dem Strich verblieb ein Verlust von 0,7 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 45,7 Millionen im Vorjahr, wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab. Dafür war vor allem die Wertberichtigung in Höhe von 108,6 Millionen Euro (-81,1 Mio nach Steuern) auf Finkl Steel verantwortlich. Als Gründe für den Abschreiber nennt S+B den Nachfragerückgang aus der Öl- und Gasindustrie, Überkapazitäten und die Auswirkungen der US-Schutzmassnahmen auf den kanadischen Produktionsstandort.

Demgegenüber stieg der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr markant bzw. um knapp ein Viertel auf 3,31 Milliarden Euro. Geholfen hat hier auch der höhere durchschnittlich erzielte Stahlpreis, der um 6,2 Prozent auf rund 1'583 Euro pro Tonne stieg. Der Absatz allein verbesserte sich dabei um knapp 17 Prozent auf 2'093 Kilotonnen.

Beim operativen Gewinn ergab sich wie beim Umsatz eine Steigerung, allerdings eine deutlich geringere. Der EBITDA - S+B verwendet hier den um die Einmaleffekte aus der Ascometal-Übernahme bereinigten Wert - lag mit 236,7 Millionen Euro um 6,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Die entsprechende Marge ging entsprechend auf 7,1 Prozent (VJ 8,3%) zurück, dies wegen der geringeren Profitabilität von Ascometal.

Der Turnaround von Ascometal habe sich aber mit einem leicht positivem Beitrag zum bereinigten EBITDA im vierten Quartal bestätigt, schreibt das Unternehmen weiter. Die Integration schreite zudem zügig voran. Der niedrige Kaufpreis im Vergleich zu den höheren Nettoaktiva habe ausserdem zu einem Badwill von 45,2 Millionen Euro geführt.

Bei Finkl Steel seien Massnahmen zur Verbesserung der Ertragslage erarbeitet und bereits eingeleitet worden. Rückstellungen für diesen Turnaround seien keine gebildet worden, heisst es.

Erwartungen übertroffen, verhaltene Prognose

Die Schweizer Business Unit Swiss Steel sei derweil gegen Jahresende im Zuge der EU-Schutzmassnahmen von den ungenügend hohen Importquoten betroffen gewesen, so die Meldung.

Mit den Zahlen hat der Stahlkonzern die Erwartungen der Analysten allerdings übertroffen. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 3,26 Milliarden Euro und für den bereinigten EBITDA bei 234,6 Millionen.

Mit Blick nach vorne zeigt sich das Management vorsichtig. In den kommenden Monaten wird aufgrund politischer und makroökonomischer Risiken eine Fortsetzung der Wachstumsdelle erwartet und im weiteren Jahresverlauf eine Erholung. Unter dieser Prognose sei im Gesamtjahr ein bereinigter EBITDA in einer Spanne von 190 bis 230 Millionen Euro zu erwarten.

(AWP)