Starker Anstieg der Sichtguthaben bei der SNB

Die Sichtguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind in der vergangenen Woche auf den höchsten Stand seit dem Brexit gestiegen.
21.11.2016 11:20
Hat erst letzte Woche die Bereitschaft der SNB zu Interventionen am Devisenmarkt bekräftig: Andréa M. Maechler, Mitglied des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank.
Hat erst letzte Woche die Bereitschaft der SNB zu Interventionen am Devisenmarkt bekräftig: Andréa M. Maechler, Mitglied des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank.
Bild: ZVG

Die Einlagen von Bund und Banken lagen bei 524,7 Milliarden Franken nach 519,9 Milliarden Franken in der Woche davor, wie die SNB am Montag mitteilte. Das ist ein Anstieg von rund 4,8 Milliarden Franken. Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als Indiz dafür, ob die SNB am Devisenmarkt interveniert, um den Franken zu schwächen. Die Zentralbank kauft Fremdwährungen und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut.

Rund um das überraschende Brexit-Votum waren die Sichtguthaben in einer Woche um mehr als sechs Milliarden Franken angestiegen. Auch die Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsident hatte vorübergehend für Turbulenzen an den Devisenmärkten gesorgt.

Interventionsbereitschaft bekräftigt

Erst am vergangenen Donnerstag hatte SNB-Direktorin Andréa Maechler die Bereitschaft der SNB zur Intervention an den Devisenmärkten bekräftigt. Diese und der Negativzins seien sich gegenseitig verstärkende Massnahmen, die ihre Wirkung entfalteten, sagte sie am letzten Donnerstag in einem Referat in Genf: "Gleichwohl ist der Franken nach wie vor signifikant überbewertet."

Veränderungen der Sichtguthaben sind allerdings nicht nur ein Hinweis auf Interventionen der SNB sondern kommen auch aufgrund der veränderten Bewertung der Devisenreserven zum Stichtag zustande.

Während der Dollar in den vergangenen Wochen im Sog der US-Wahlen kräftig zugelegt und dabei gegenüber dem Franken von knapp 0,97 Franken über Parität geklettert ist, hält der Aufwertungsdruck auf den Franken gegenüber dem Euro an. Dieser fiel in den vergangenen Tagen zeitweise auf unter 1,07 Franken.

(Reuters/AWP)