Starker Dollar hilft der SNB

Während es an der Börse derzeit vergleichsweise ruhig zugeht, fallen die Bewegungen an den Devisenmärkten dafür umso deutlicher aus.
20.12.2016 12:05
Bauumzäunung an der Schweizerischen Nationalbank.
Bauumzäunung an der Schweizerischen Nationalbank.
Bild: cash

Seit die US-Notenbank Fed vergangene Woche die Zinsen erhöht und auch für das kommende Jahr eine womöglich schnellere Taktung bei den weiteren Zinsschritten in Aussicht gestellt hat, geht es für den US-Dollar und den Euro runter. Damit erhöht sich auch der Aufwertungsdruck für das EUR/CHF-Paar.

Gleichzeitig zieht aber auch der US-Dollar gegenüber dem Franken weiter an - mittlerweile notiert das USD/CHF-Währungspaar oberhalb der Marke von 1,03, wie etwa Janwillem Acket, Chefökonom bei der Privatbank Julius Bär im Gespräch mit AWP hervorhebt. Dieser Punkt ist wichtig. Denn wie die SNB erst am vergangenen Donnerstag bei ihrer aktuellen Lagebeurteilung betont hatte, schaut sie auf die Gesamtlage am Devisenmarkt. Das war im Communiqué zu lesen, und SNB-Präsident Thomas Jordan betonte diesen Punkt während der anschliessenden Pressekonferenz ebenfalls mehrfach.

Angefügt hatte Jordan das, als es um mögliche Interventionen der Nationalbank am Devisenmarkt ging. Die Fragen zielten dabei vor allem darauf ab, dass die SNB dem EUR/CHF-Paar etwas mehr Spielraum nach unten zu lassen scheine.

Pragmatische SNB

"Was die SNB gerade macht, ist reiner Pragmatismus", argumentiert auch der Ökonom Acket. Bislang habe die SNB einen Kurs für das EURT/CHF-Paar um die 1,08 angesteuert. Das Problem derzeit sei aber die akute Euroschwäche. "In diesem Umfeld hat sie sich offenbar auf eine Verteidigungslinie um die 1,07 zurückgezogen."

Noch deutlicher rechnen die UBS-Ökonomen die Optionen der SNB vor. Sollten die Währungshüter nämlich den exportgewichteten Wechselkurs als Basis nehmen, böten sich ihnen ganz neue Möglichkeiten. "Steigt der US-Dollar gegenüber dem Franken auf 1,05, so könnte die SNB die Grenze auf EUR/CHF 1,05 hinunter setzen. Bei einem USD/CHF-Kurs von 1,10 würde die Grenze auf EUR/CHF 1,03 sinken", schreibt ihr Ökonom Alessandro Bee.

Und tatsächlich mehren sich die Stimmen, die sagen, dass der deutlich stärkere US-Dollar der SNB etwas Spielraum verschafft. Bei der ZKB hatte sich der Devisen-Stratege David Marmet schon vor einigen Wochen zum handelsgewichteten Aussenwert des Franken geäussert. Durch den starken US-Dollar und den schwachen Euro sei dieser nur marginal erstarkt.

Aktuell steht der Euro bei 1,0688 CHF. Im Tief ist er an diesem Dienstag bis auf 1,0674 gefallen. Der US-Dollar nähert sich bei einem Stand von aktuell 1,0291 CHF langsam der Marke von 1,03 an.

(AWP)