Starkes Quartalsergebnis - Plan von LafargeHolcim-Chef Jenisch geht auf

LafargeHolcim übertrifft im ersten Quartal selbst die optimistischsten Erwartungen. Analysten sehen darin die Handschrift von Firmenchef Jan Jenisch. Folglich erfassen Anschlusskäufe die Aktie.
15.05.2019 13:07
Von Lorenz Burkhalter
Hat nach dem starken ersten Quartal gut Lachen: LafargeHolcim-Chef Jan Jenisch.
Hat nach dem starken ersten Quartal gut Lachen: LafargeHolcim-Chef Jan Jenisch.
Bild: cash

Der solide Zahlenkranz des deutschen Rivalen HeidelbergCement von vor wenigen Tagen deutete bereits in diese Richtung. Nun hat es sich bestätigt: Auch der Weltmarktführer LafargeHolcim blickt auf ein erfreuliches erstes Quartal zurück.

Auf den ersten Blick wuchs der Umsatz zwar nur etwas mehr als 2 Prozent auf 5,96 Milliarden Franken. Mit 6,4 Prozent erfuhr das organische Wachstum gegenüber dem Schlussquartal 2018 allerdings eine weitere Belebung. Analysten waren gerademal von einem organischen Umsatzwachstum von 5 Prozent ausgegangen.

Mit einem bereinigten operativen Gewinn (EBITDA) von 809 Millionen Franken übertrifft das in Jona beheimatete Unternehmen selbst die höchsten Erwartungen deutlich.

Analysten zufolge tragen sowohl die Wachstumsbeschleunigung als auch der überproportional starke Gewinnanstieg unverkennbar die Handschrift von Firmenchef Jan Jenisch. Jenisch stiess Anfang September 2017 vom Bauchemiehersteller Sika zu LafargeHolcim. Geholfen haben dürften ihm aber auch die gestiegenen Zementpreise in Indien (der cash Insider berichtete). Gemäss Schätzungen erzielt das Unternehmen alleine einen Drittel des operativen Gewinns in diesem Schlüsselmarkt.

Externe Faktoren dürften geholfen haben

An der Schweizer Börse SIX erfassen Anschlusskäufe die LafargeHolcim-Aktie. Diese gewinnt zur Stunde noch 1,4 Prozent auf 52,62 Franken. Das Tageschoch liegt gar bei 53,70 Franken und damit in unmittelbarer Nähe zu den Jahreshöchstkursen von Mitte April bei 53,88 Franken.

Bei der UBS wird der vorliegende Zahlenkranz eher etwas heruntergespielt. Die grösste Schweizer Bank macht einerseits die milden Witterungsbedingungen in Europa, andererseits aber auch den höher als erwartet ausgefallenen Zementabsatz in China für das starke Abschneiden zwischen Januar und März verantwortlich. Bei beiden Faktoren handelt es sich um sogenannte externe Faktoren. Diese zurückhaltenden Worte lassen sich damit erklären, dass die UBS die LafargeHolcim-Aktie schon seit geraumer Zeit mit einem gerademal 44,50 Franken lautenden 12-Monats-Kursziel zum Verkauf empfiehlt.

Die Zürcher Kantonalbank erachtet den Start ins neue Jahr als stark und führt dies unter anderem auf Fortschritte auf der Kostenseite zurück. LafargeHolcim setze die angekündigte Strategie weiterhin konsequent um und sei zusammen mit den jüngsten Bereichsverkäufen gut unterwegs, um das angestrebte Schuldenziel zu erreichen, so schreibt die Zürcher Bank weiter. Sie stuft die Aktie wie bis anhin mit "Übergewichten" ein, was einer Kaufempfehlung gleichkommt.

Die Credit Suisse macht über alle Produktbereiche hinweg Rentabilitätsverbesserungen aus. Das gilt sowohl für das Zementgeschäft als auch für jenes mit Verbundstoffen und Fertigbeton. Zudem findet die kleinere der beiden Schweizer Grossbanken sichtlich Gefallen an der kräftigen Gewinnerholung in Europa. Sie hält sowohl am "Outperform" lautenden Anlageurteil als auch am Kursziel von 70 Franken fest.

Stapelt Firmenchef Jenisch absichtlich tief?

Auch andere Banken gewinnen dem Zahlenkranz vorwiegend positive Aspekte ab und machen neben den günstigen Witterungsbedingungen in Europa, dem starken Abschneiden in China und den gestiegenen Zementpreisen in Indien auch operative Fortschritte für die positive Ergebnisentwicklung verantwortlich.

Trotz einem überraschend starken ersten Quartal hält LafargeHolcim-Chef Jan Jenisch an den bisherigen Zielvorgaben für das ganze Jahr fest. Angestrebt wird weiterhin ein operatives Gewinnwachstum von mindestens 5 Prozent bei einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent. Allerdings gelten diese Zielvorgaben zusehends als konservativ.

Bei langjährigen Beobachtern werden Erinnerungen an die Zeit Jenischs beim Bauchemiehersteller Sika wach. Auch dort stapelte Jenisch stets tief, nur um dann die eigenen Zielvorgaben und die Erwartungen der Analysten regelmässig übertreffen zu können.

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