Starkes Schlussquartal - Geberit lässt nur bei der Dividende Wünsche offen

Als letztes SMI-Unternehmen legt Geberit den Jahresgewinn vor. Trotz Gewinnrückgang übertrifft der Sanitärtechnikkonzern die Analystenerwartungen. Die Aktie gibt anfängliche Kursgewinne teilweise preis.
13.03.2018 16:56
Von Lorenz Burkhalter
Der Hauptsitz von Geberit.
Der Hauptsitz von Geberit.
Bild: zvg/Geberit

Als Geberit Mitte Januar die Jahresumsatzzahlen veröffentlichte, schoss der Kurs der Aktie kräftig nach oben. Der Grund: Allen Unkenrufen zum Trotz erfuhr das organische Umsatzwachstum im Schlussquartal eine Beschleunigung. Nun weiss das Unternehmen auch beim operativen Gewinn (EBITDA) sowie beim Reingewinn zu überzeugen. Auf beiden Stufen übertrifft der Sanitärtechnikkonzern aus Rapperswil-Jona selbst die höchsten Analystenerwartungen.

Davon profitieren die Aktionäre allerdings nur in einem bescheidenen Ausmass. Die Jahresdividende wird im Jahresvergleich um magere 4 Prozent erhöht. Zum Vergleich: Einige Analysten hatten gar mit einer Erhöhung von bis zu 11 Prozent gerechnet.

An der Schweizer Börse SIX wird dem Zahlenkranz offensichtlich ein grösseres Gewicht als der Dividende beigemessen. Nur so lässt sich erklären, weshalb sich die Geberit-Aktie mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 434,60 Franken vergleichsweise gut hält. Die Tageshöchstkurse liegen gar bei 444 Franken.

Bereinigter operativer Gewinn übertrifft die Erwartungen

Die UBS Investmentbank macht weder beim Jahresergebnis noch beim Ausblick Überraschungen aus. Selbst die nur leicht höhere Dividende deckt sich mit den bankeigenen Prognosen. Der für die Schweizer Grossbank tätige Analyst erklärt sich die leicht rückläufige EBITDA-Marge mit gestiegenen Kosten für Plastik und Metall sowie mit höheren Personalkosten. Er hält deshalb sowohl am "Neutral" lautenden Anlageurteil als auch am 12-Monats-Kursziel von 465 Franken fest.

Sein Berufskollege bei Kepler Cheuvreux gewinnt der Geschäftsentwicklung im Schlussquartal mehrheitlich positive Aspekte ab. Auf bereinigter Basis seien seine Erwartungen übertroffen worden, so schreibt er. Einzig beim freien Cash Flow sowie bei der Jahresdividende hatte sich der Analyst rückblickend mehr erhofft. Er empfiehlt die Aktie allerdings weiterhin mit einem Kursziel von 515 Franken zum Kauf.

In einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank wird das Schlussquartal als "gut" bezeichnet. Der Autor sieht bei seinen eigenen Schätzungen einen leichten Revisionsbedarf nach oben. Angesichts der stolzen Bewertung stuft er die Aktie wie bis anhin nur mit "Marktgewichten" ein.

Bringt 2018 die erhoffte Belebung?

Die Bank Vontobel beispielsweise erwartet für 2018 eine Wachstumsbeschleunigung beim Umsatz von 3,5 auf 7,3 Prozent bei einer Verbesserung der EBITDA-Marge von 28,2 auf 29,1 Prozent.

Ob diese Belebung eintrifft, dürfte unter anderem auch von Sanitec abhängig sein. Zuletzt belasteten Kosten im Zusammenhang mit der Integration des finnischen Badausstatters. Geberit hatte Sanitec 2014 für umgerechnet 1,29 Milliarden Franken übernommen.

Wie gewohnt gibt das Mutterhaus so früh im Jahr noch keine konkreten Wachstums- und Margenvorgaben ab. Man lässt in der Medienmitteilung bloss durchblicken, dass sich die Bauindustrie generell positiv präsentiere und die Rohstoffpreise in der ersten Jahreshälfte über dem Vorjahr liegen werden.