Statt Euro und Dollar - Türkei erlaubt Immobilien- und Transportgeschäfte nur noch in Lira

Die Türkei stemmt sich vehement gegen den Wertverfall der heimischen Währung. Laut einem Dekret des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan sollen Geschäftsverträge nur noch in türkischer Lira abgewickelt werden.
13.09.2018 11:35
Instanbuler Geschäftsviertel am Bosporus (im Vordergrund der historische Dolmabahçe-Palast).
Instanbuler Geschäftsviertel am Bosporus (im Vordergrund der historische Dolmabahçe-Palast).
Bild: Pixabay

Die neue Massnahme umfasst zahlreiche Bereiche des Geschäftslebens. Ausserdem legt das Dekret fest, dass jeder auf eine Fremdwährung lautende Geschäftsvertrag innerhalb von 30 Tagen auf Lira umgestellt werden muss.

Wie aus dem Dekret weiter hervorgeht, sind alle Arten von Immobiliengeschäften, darunter auch Mieten, betroffen. Zuletzt hatte es wegen des enormen Kursverfalls der türkischen Lira eine starke Nachfrage aus dem Ausland nach Immobilien in der Türkei gegeben. Darüber hinaus sind auch Verträge aus dem Transportbereich und Finanzdienstleistungen sowie weitere Vertragsarten betroffen.

Erdogan attackiert vor Zinssitzung türkische Notenbank

Mit der weitreichenden Massnahme reagiert Erdogan auf den jüngsten massiven Kursverfall der heimischen Währung. Zuletzt hatte sich die türkische Lira zwar wieder etwas stabilisieren können, allerdings hat die Währung seit Beginn des Jahres etwa 40 Prozent an Wert verloren. Mit der Talfahrt haben sich Importe massiv verteuert, was zu einem starken Anstieg der Inflation in der Türkei führte. Zuletzt hatte die Teuerung im August eine Rate von knapp 18 Prozent erreicht.

Am Donnerstag wird die türkische Notenbank ihre Zinsentscheidung verkünden. Es wird mit einer starken Zinsanhebung um gut drei Prozentpunkte gerechnet. Die Zentralbank hatte derartige Erwartungen vor wenigen Tagen mit einem entsprechenden Hinweis selbst geschürt.

(AWP)