Steigendes BIP Konsumenten geben US-Wirtschaft Schub

Die US-Wirtschaft hat sich nach einer Schwächephase zu Jahresbeginn im Frühjahr wieder aufgerafft.
28.07.2017 15:15
Kauffreudige Konsumenten bringen in den USA das BIP voran.
Kauffreudige Konsumenten bringen in den USA das BIP voran.
Bild: Bloomberg

Zwischen April und Juni stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,6 Prozent, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Experten hatten mit einem Plus in dieser Höhe gerechnet, nachdem das BIP zu Jahresbeginn nur um revidiert 1,2 Prozent zugelegt hatte. Damit blieben die USA damals sogar hinter der Euro-Zone zurück, die lange als konjunkturelles Sorgenkind galt.

Nun setzt die US-Wirtschaft zur Aufholjagd an: Für Rückenwind sorgten insbesondere die Konsumenten. Sie gaben im zweiten Quartal 2,8 Prozent mehr aus. Anfang des Jahres hatte es nur ein Plus von 1,9 Prozent gegeben. "Der private US-Konsum kommt in Schwung, was angesichts der guten Beschäftigungssituation auch nicht verwundern muss. Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht", sagt Ökonom Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank.

Wann kommt die nächste Zinserhöhung?

Das im Rahmen der Erwartungen ausgefallene Wachstum kann Börsianern zufolge die Zweifel an einer baldigen US-Zinserhöhung nicht zerstreuen. Daraufhin baute der Euro seine Gewinne aus und stieg auf 1,1752 von zuvor 1,1721 Dollar. Die US-Notenbank Fed hat nach zwei Straffungen eine weitere Zinsanhebung für dieses Jahr ins Auge gefasst, aber erst diese Woche einstimmig das bisherige Niveau unverändert gelassen.

Im zweiten Quartal sorgten auch die Firmen mit Investitionen in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen für Schwung: Sie steigerten diese Ausgaben um 8,2 Prozent - das stärkste Plus seit dem dritten Quartal 2015.

Der seit Januar amtierende US-Präsident Donald Trump will das Wachstum mit einer "phänomenalen" Steuerreform und Investitionen auf 3 Prozent hochtreiben. Doch selbst die Fed bezweifelt, dass er die Konjunktur so stark auf Touren bringen kann. Nach den nun vorliegenden BIP-Daten für das laufende Jahr scheint ein Wachstum jenseits der 2,5-Prozent-Marke für 2017 unrealistisch.

(Reuters)