Steigt der Dollar fünf weitere Jahre?

Die Credit Suisse wähnt den Dollar erst am Anfang eines mehrjährigen Anstiegs. Und sie sagt, wie Anleger vom starken Greenback profitieren können.
15.10.2014 08:59
Von Lorenz Burkhalter
Muss die SNB zu Gunsten des Euro intervenieren, käme das hiesigen Dollar-Anlegern gerade recht.
Muss die SNB zu Gunsten des Euro intervenieren, käme das hiesigen Dollar-Anlegern gerade recht.
Bild: Bloomberg

Nach einem vorübergehenden Rückschlag lässt der Dollar seit wenigen Tagen wieder seine Muskeln spielen. Mittlerweile trennt den Greenback nur noch ein gutes Prozent von seinen Anfang Monat zum Euro erklommenen Jahreshöchstkursen. Seit Jahresbeginn errechnet sich sowohl gegenüber dem Euro als auch gegenüber dem Franken ein Kursplus von 8 Prozent, den zuletzt schwachen Wirtschaftsnachrichten aus Europa sei Dank.

Darf man den Strategen der Credit Suisse Glauben schenken, dann ist das erst der Anfang. Handelsgewichtet sei der Dollar über die letzten drei Jahre um rund 21 Prozent gestiegen, so schreiben sie. Den Experten zufolge dauert ein Aufwärtszyklus beim Greenback durchschnittlich acht Jahre und beschert ihm für gewöhnlich einen handelsgewichteten Anstieg von 50 Prozent. Mit anderen Worten: Der Dollar steht vermutlich erst am Anfang eines mehrjährigen Anstiegs.

So können Anleger vom starken Dollar profitieren

Die Strategen untermauern ihre diesbezügliche Erwartungshaltung mit der zuletzt deutlich besseren Leistungsbilanz, dem fortgeschrittenen Schuldenabbau der Privathaushalte, dem höheren Zinsniveau sowie den steigenden Investitionen aus dem Ausland. Darüber hinaus sei die USA das einzige Land, für welches die Wachstumsprognosen für die Wirtschaftsentwicklung nach oben revidiert würden.

Aufgrund des starken Dollars rechnen die Experten mit höheren Aktienkursen. Das gelte allerdings nicht für die Schwellenländeraktien, welche sich nur in einem Drittel der Fälle überdurchschnittlich entwickelt hätten.

Schweizer Anleger dank SNB mit einer "Wild-Card"

Bei der Credit Suisse setzt man deshalb auf Aktien von europäischen Unternehmen mit einem hohen Ergebnisbeitrag aus dem Dollarraum wie jene von Siemens, Publicis oder Randstad. Diese Titel hätten bisher überraschend schwach abgeschnitten. Gemieden werden sollten hingegen die Aktien europäischer Fluggesellschaften, Telekommunikationsunternehmen und Stromversorger.

Aus Sicht eines in Franken rechnenden Anlegers bietet der vor gut drei Jahren zur Rettung des Euros eingeführte Mindestkurs eine interessante "Wild-Card". Denn ist die Schweizerische Nationalbank (SNB) bei den Leitzinsen und den Einlagezinsen gezwungen, mit der Europäischen Zentralbank gleichzuziehen, würde davon auch der Dollar profitieren. Gleichzeitig spricht alleine schon die Zinsdifferenz zwischen Nordamerika und Europa für einen gegenüber dem Euro stärkeren Dollar. Diese Differenz steigt, je weiter man der Zinskurve entlang geht.