Stillstand für die Schweizer Industriekonjunktur

Der Schweizer Einkaufsmanager-Index (PMI, saisonbereinigt) ist im August 2016 gestiegen, und zwar um 0,9 auf 51,0 Punkte.
01.09.2016 10:10
In der Schweizer Industrie wird rege produziert, die Auftragsbücher sind aber nicht voll.
In der Schweizer Industrie wird rege produziert, die Auftragsbücher sind aber nicht voll.
Bild: ZVG

Damit notiert der Index, der als wichtiger und verlässlicher Frühindikator gilt, wieder etwas deutlicher oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die August-Zahl liegt auch in den Prognosen: Von AWP befragte Ökonomen hatten für den Berichtsmonat einen Wert zwischen 49,7 und 51,5 Punkten vorhergesagt.

Die Industriekonjunktur ist aber quasi zum Stillstand gekommen, stellen die Ökonomen der Credit Suisse am Donnerstag fest. Zwar werde nach wie vor rege produziert - die entsprechende Subkomponente verharrte mit 54,6 Zählern deutlich in der Wachstumszone - die Auftragsbücher würden sich aber nicht wirklich füllen. Der entsprechende Indexwert liege bei 50,8 Punkten. Zudem würden der Personalbestand tendenziell verringert ("Beschäftigung": 48,2 Punkte) und die Lagerbestände abgebaut.

Tatsächlich werde im Moment so wenig eingekauft wie zuletzt im Februar 2015, unmittelbar nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Der Subindex nahm um deutliche 5,5 auf 42,8 Punkte ab. Der verhaltene Einkauf und der Abbau der Vorproduktelager würden darauf hindeuten, dass die Unternehmen von einer schwächeren Nachfrage in der Zukunft ausgehen.

Sollte dies eintreffen, würde sich auch die bis dato rege Produktion abschwächen, meint die CS. Die Industrie bleibe demnach verletzlich und eine weitere Aufwertung des Frankens wäre im Moment schwierig verkraftbar.

(AWP)