Straumann-Aktie fallen Gewinnmitnahmen zum Opfer

Straumann wächst im zweiten Quartal noch kräftiger als in den ersten drei Monaten. Analysten sind voll des Lobes. Nach neuen Kursrekorden im frühen Handel fällt die Aktie Gewinnmitnahmen zum Opfer.
23.08.2016 11:05
Lorenz Burkhalter
Unter ihm wächst Straumann kräftig: Konzernchef Marco Gadola.
Unter ihm wächst Straumann kräftig: Konzernchef Marco Gadola.

Nach ermutigenden Aussagen aus dem Lager anderer Rivalen wurde Straumann an der Börse schon im Vorfeld der Ergebnisveröffentlichung ein starkes erstes Halbjahr nachgesagt. Viele Analysten rechneten aber erst im Anschluss an das dritte Quartal mit einer Erhöhung der firmeneigenen Jahresprognosen.

Nun wartet der bekannte Hersteller von Dentalimplantaten für die ersten sechs Monate nicht nur mit einem besser als erwartet ausgefallenen Umsatz, sondern auch mit einem überzeugenden Bruttogewinn auf. Aufgrund einmaliger Faktoren übertrifft der Konzerngewinn die Markterwartungen sehr deutlich. Bereinigt wird er letzteren immerhin gerecht.

Doch damit nicht genug: Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen neu ein im niedrigen zweistelligen Bereich liegendes Umsatzwachstum. Bislang war von einem Wachstum im hohen einstelligen Bereich die Rede.

Die vorzeitige Erhöhung der Jahresprognosen kommt an der Börse gut an. Nachdem die Straumann-Aktie an der Schweizer Börse SIX im frühen Handel bis auf 412,75 Franken kletterte, gewinnt sie zur Stunde noch 1,6 Prozent auf 406 Franken. Beobachter berichten von einsetzenden Gewinnmitnahmen.

Zweistelliges Wachstum in allen Regionen

Straumann habe ein starkes Umsatzwachstum generiert und die operative Rentabilität wie geschätzt deutlich erhöht, so schreibt die Analystin der Zürcher Kantonalbank in einer ersten Stellungnahme. Ihres Erachtens zeigt die erneute Anhebung der firmeneigenen Wachstumsprognosen, wie stark das Unternehmen zur Zeit unterwegs ist. Die Differenz zwischen dem hohen effektiven Konzerngewinn und den Erwartungen erklärt sich die Analystin mit der Aktivierung von latenten Steuerguthaben in Brasilien. Ohne diesen Sondereffekt liegt der Konzerngewinn im Rahmen der Erwartungen.

Heutiger Kursverrlauf der Straumann-Aktie, Quelle: www.cash.ch

Bei der Zürcher Kantonalbank wird die Straumann-Aktie weiterhin mit "Übergewichten" empfohlen.

Es könnte Kurszielerhöhungen hageln

Ähnlich optimistisch fällt das Fazit der Analystin von Kepler Cheuvreux aus. Sie zeigt sich von der Wachstumsbeschleunigung im zweiten Quartal beeindruckt. Straumann sei in allen Regionen prozentual zweistellig gewachsen, so die Analystin. Als überraschend bezeichnet sie insbesondere die starke Absatzentwicklung in Europa. Auch bei Kepler Cheuvreux wird die Aktie von Straumann zum Kauf empfohlen. Das 405 Franken lautende Kursziel dürfte allerdings nach oben revidiert werden.

Konkreter äussert sich diesbezüglich die Analystin der Bank Vontobel. Sie setzt das Kursziel von 400 Franken offiziell in positive Überprüfung und bekräftigt ihre Kaufempfehlung.

Anders die Expertin von Goldman Sachs: Sie erachtet die Geschäftsentwicklung der ersten sechs Monate als durchwachsen und verweist auf den gestiegenen Investitionsbedarf. Sie stuft die Aktie deshalb weiterhin mit "Sell" und einem optisch tiefen Kursziel von 280 Franken ein. Doch auch dieses Kursziel dürfte in Anbetracht der jüngsten Höherbewertung wohl kräftig angehoben werden.