Straumann traut sich nach Rekordumsatz mehr zu

Der Dentalimplantat-Hersteller Straumann im ersten Halbjahr einen Rekordumsatz erzielt. Unter dem Strich erzielte das Unternehmen wieder einen Gewinn.
23.08.2016 07:42
Der Hauptsitz von Straumann in Basel.
Der Hauptsitz von Straumann in Basel.
Bild: ZVG

Der Dentalimplantat-Hersteller Straumann im ersten Halbjahr 2016 einen Rekordumsatz erzielt und die Profitabilität weiter gesteigert. Hauptquelle des Umsatzwachstums war das Implantatgeschäft und dabei insbesondere die neue Bone Level Tapered (BLT) Implantatlinie. Unter dem Strich erzielte das Unternehmen wieder einen Gewinn, nachdem im Vorjahr aufgrund von Einmaleffekten aus der Übernahme von Neodent ein Verlust resultiert hatte. Vor diesem Hintergrund erhöht die Gesellschaft die Guidance für das Gesamtjahr.

Der Gruppenumsatz stieg im ersten Semester insgesamt um 16 Prozent auf 461,2 Mio CHF, wie Straumann am Dienstag mitteilte. In Lokalwährungen betrug der Zuwachs 15 Prozent, organisch 14 Prozent. Dabei seien in allen Geschäftsbereichen und Regionen zweistellige Wachstumsraten erzielt worden. Zudem sei mit einem organischen Wachstum von 15 Prozent im zweiten Quartal sogar das höchste Quartalswachstum der vergangenen acht Jahre erreicht worden, heisst es weiter.

Margen weiter erhöht

Die Profitabilität der Gruppe erhöhte sich weiter. So legte der Bruttogewinn um knapp 20 Prozent auf 361,2 Mio zu, womit sich die entsprechende Marge auf 78,3 Prozent (VJ 75,8 Prozent) verbesserte. Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT nahm um 38 Prozent auf 114,4 Mio CHF zu. Die Marge erhöhte sich auf 24,8 Prozent (VJ 20,7 Prozent).

Wegen eines Sondereffekts im Zusammenhang mit einer latenten Steuergutschrift in Höhe von 41 Mio aus dem Zusammenschluss von Straumann Brasilien mit Neodent übertraf der Reingewinn von 134,9 Mio den Betriebsgewinn. Im Vorjahr hatte Straumann einen Verlust von 0,7 Mio verbucht. Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Prognosen der Analysten auf allen Ebenen übertroffen.

Die Region EMEA überschritt dank eines verbesserten Umfelds in den meisten europäischen Märkten die Schwelle zum zweistelligen Umsatzwachstum. Der Umsatz erhöhte sich in den ersten sechs Monaten um 12 Prozent auf 216,1 Mio. Dabei habe sich das organische Wachstum im zweiten Quartal beschleunigt, so Straumann.

Nordamerika steigerte im ersten Semester den Umsatz gar um 18,2 Prozent auf 126,5 Mio. Das Wachstum im zweiten Quartal von 17 Prozent sei vor allem den BLT-Implantaten und der Pro Arch Lösung für zahnlose Patienten zu verdanken gewesen, schreibt die Gesellschaft.

Stark wachsender China-Markt

Mit einem Zuwachs von 24,6 Prozent auf 75,2 Mio verzeichnete Asien/Pazifik den grössten Zuwachs. Das starke Wachstum von 21 Prozent (organisch) im ersten Quartal habe sich im zweiten Quartal mit 20 Prozent nahezu nahtlos fortgesetzt, da alle Tochtergesellschaften kräftig gewachsen seien. Mehr als die Hälfte des regionalen Wachstums wurde im chinesischen Markt erwirtschaftet, wo Straumann Ende Juni mit Anthogyr in das Value-Segment eingestiegen ist und erste Erlöse erzielt habe.

In Lateinamerika steigerte die Gruppe den Umsatz in Lokalwährung um 36 Prozent. Wegen negativer Währungseffekte stieg er in Schweizer Franken aber nur um 14 Prozent auf 43,4 Mio. Im grössten Markt Brasilien stagniere der Markt. Organisch sei Straumann besonders kräftig in Mexiko gewachsen, heisst es weiter.

Zum Ausblick heisst es, dass Straumann für das Gesamtjahr neu ein Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich erwartet. Bisher war ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt worden. Die Gruppe bestätigt ferner ihre bestehenden Rentabilitätsziele.

Übernahme der indischen Equinox

Neben den Zahlen teilte Straumann eine Übernahme in Indien mit. Zu einem nicht genannten Preis haben die Basler die privat gehaltene Equinox übernommen. Das Unternehmen erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von rund 3 Mio CHF und sei im rasch wachsenden Value-Segment des indischen Dentalimplantat-Marktes tätig. Mit einem Marktanteil von geschätzten 14 Prozent zähle Equinox zu den drei führenden Dentalimplantat-Unternehmen in Indien, so Straumann weiter. Der Abschluss der Transaktion werde in den nächsten Monaten erwartet.

"Durch Equinox erhalten wir Zugang zu einem riesigen Markt, den wir mit unserer gegenwärtigen Struktur nicht erschliessen oder bedienen könnten", wird CEO Marco Gadola zitiert. "Das Unternehmen ist zwar vergleichsweise klein, aber es wächst rasch und profitabel, und es hat sich im Value-Segment bereits als führender Anbieter etabliert."

(AWP)