Straumann verkauft auch sein James-Bond-Auto

Der frühere Straumann-CEO Thomas Straumann hatte sich teure Hobbies geleistet. Nun muss er eines nach dem anderen abstossen. Jüngstes Verkaufsobjekt: Der aus den 007-Filmen bekannte Aston Martin DB 5.
20.02.2013 18:44
Von Pascal Meisser
Der Aston Martin DB5 von Thomas Straumann steht zum Verkauf.
Der Aston Martin DB5 von Thomas Straumann steht zum Verkauf.

Erst vor fünf Jahren liess Thomas Straumann unter dem Garten seines Hauses in Riehen BS eine 300 Quadratmeter grosse Halle für seine Oldtimersammlung erstellen, unter anderem für den ältesten noch existierenden Porsche von 1948. Bald dürfte der Platz für ein anderes seiner automobilen Prunkstücke aber leerstehen.

Der Selfmade-Unternehmer sucht derzeit einen Käufer für einen Aston Martin DB5 Coupé mit Baujahr 1964. Dieses Aston-Martin-Modell wurde von James Bond in "Goldfinger" und "Thunderball" gefahren.

Straumanns Auto ist zwar kein Original, aber eins von zwei Duplikaten, das mit allen bekannten Spezialeffekten ausgerüstet ist. So sind die Ölsprühanlage, die drehbaren Nummernschildern und die ausfahrbaren Maschinengewehre funktionstüchtig.

Eine Sprecherin von Thomas Straumann wollte den Autoverkauf des Dentalimplantatekönigs auf Anfrage von cash.ch nicht kommentieren. Straumann hat nach Angaben von Bloomberg News einen englischen Luxusautoverkäufer aus Surrey im Süden von London mit dem Verkauf beauftragt.

Hotels und Uhrenmanufaktur veräussert

Es ist nicht das erste Lieberhaber-Objekt, von dem sich Straumann trennt. 2012 sah sich Straumann gezwungen, sich von Beteiligungen zu trennen, die er als Hobbies bezeichnete. Er verkaufte die Nobelhotels Les Trois Rois in Basel und das Grand Hotel Bellevue in Gstaad. In einem Notverkauf übergab Straumann auch die Uhrenmanufaktur H. Moser & Cie. in neue Hände. Bei allen Beteiligungen erlitt Straumann, dessen Vermögen sich in den letzten zwei Jahren von rund 2 Milliarden Franken mehr als halbierte, Verluste in dreistelliger Millionenhöhe.

Für Aufsehen sorgte auch die Veräusserung eines grösseren Straumann-Aktienpakets an den Staatsfonds aus Singapur im Dezember 2012. 10 Prozent trat Thomas Straumann an den asiatischen Investor ab. Die schwache Wirtschaftslage habe ihn veranlasst, seine Anlagen neu zu ordnen, liess er damals ausrichten. Der Zeitpunkt war allerdings eher ungünstig. Die Aktien notierten damals auf dem tiefsten Stand seit 2003 - und bereits heute wäre das Aktienpaket rund 20 Prozent mehr wert.

Die Wirtschaftskrise hält Thomas Straumann dem Anschein nach also weiterhin gefangen – auch wenn sich der Aktienkurs des Dentalimplantatekonzerns Straumann in den letzten drei Monaten deutlich erholt hat. Das Unternehmen, das noch zu 17 Prozent ihm, dem früheren CEO und heutigen Verwaltungsratspräsidenten, gehört, galt jahrelang als seine sprudelnde Geldquelle – bis die Margen und Gewinne einbrachen.

Im Gegensatz zu anderen Liebhaber-Objekten will Straumann mit seinem Bond-Auto aber einen Gewinn einstreichen. Er hatte das Prunkstück 2006 in an einer Auktion im US-Bundesstaat Arizona für 2,7 Millionen Franken ersteigert. Nun will der 50-Jährige das Gefährt für 3 Millionen Pfund losschlagen. Das sind umgerechnet rund 4,3 Millionen Franken.