Studie - EU-Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft

Unternehmen in der EU schauen zuversichtlich auf die künftige wirtschaftliche Entwicklung.
22.05.2017 07:19
Das neue EU-Finanzministerium in Brüssel.
Das neue EU-Finanzministerium in Brüssel.
Bild: Bloomberg

Laut einer am Montag veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung McKinsey erwarten Konzernvorstände in den kommenden fünf Jahren in der EU ein jährliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund zwei Prozent. Die befragten Vorstände gehen ausserdem davon aus, dass die Umsätze in den eigenen Unternehmen um durchschnittlich 2,1 Prozent pro Jahr zulegen werden. Deutsche Unternehmen liegen mit ihren Wachstumserwartungen für Europa im Schnitt aller befragten Firmen. Sie sind für ihren eigenen Umsatz mit einem erwarteten Plus von 2,7 Prozent aber deutlich optimistischer als ihre europäischen Wettbewerber.

Das McKinsey Global Institute (MGI) hat für die Studie über 2000 Vorstände von Unternehmen in den sechs bevölkerungsreichsten EU-Ländern befragt. Neben Deutschland waren dies Frankreich, Italien, Polen, Spanien und Grossbritannien.

Die grosse Mehrheit (85 Prozent) der Vorstände geht in der Umfrage davon aus, dass die EU als politische Institution intakt bleibt. Skeptischer sind die Unternehmen mit Blick auf die Eurozone: 51 Prozent rechnen damit, dass die Eurozone in den nächsten Jahren kleiner werden oder sich gar auflösen wird. Die übrigen 49 Prozent rechnen hingegen damit, dass der Status Quo erhalten bleibt und sich die Integration fortsetzen wird. Die Befragung erfolgte allerdings vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich, als noch Unsicherheit über den neuen französischen Präsidenten herrschte. Gewonnen hat dann der proeuropäische Kandidat Emmanuel Macron.

Die Investitionen der Unternehmen seien im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung weiter historisch niedrig. Die Unternehmen würden stattdessen Rücklagen für künftige Krisen aufbauen, heisst es in der Studie. Als Hauptgründe für die aktuelle Zurückhaltung bei Investitionen nannten die befragten Unternehmen regulatorische Hindernisse sowie generell eine zunehmende Verunsicherung über die allgemeine gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Entwicklung in Europa. An erster Stelle nannten die Vorstände die Sorge über eine neue Finanzkrise oder ökonomische Rezession sowie populistische Strömungen und zunehmende Ungleichheit in der Gesellschaft.

(AWP)