Studie zeigt - Dämpfer für die Reichen: Vermögen wächst langsamer

Das Vermögen der Reichen in der Welt ist im vergangenen Jahr langsamer gewachsen.
23.06.2019 06:54
Der schlechte Aktienverlauf Ende 2018 zehrte bei einigen Anlegern am Vermögen.
Der schlechte Aktienverlauf Ende 2018 zehrte bei einigen Anlegern am Vermögen.
Bild: Pixabay

Es legte 2018 währungsbereinigt nur noch um 1,6 Prozent zu und erreichte 206 Billionen Dollar, wie aus dem letzte Woche veröffentlichten "Global Wealth Report" der Beratungsfirma Boston Consulting hervorgeht. Im Jahr davor betrug das Plus noch sieben Prozent, sagte Studienautorin und BCG-Partner Anna Zakrzewski. Grund für den Dämpfer war zum einen die Talfahrt an den Aktienmärkten zum Ende des Jahres, die auch auf die Anlageportfolios durchschlug. Zudem wachse die Wirtschaft in Asien langsamer als zuletzt und die niedrigen Zinsen in Teilen Europas lasteten auf den Vermögen.

Für die kommenden fünf Jahre erwartet die Beratungsfirma ein wieder anziehendes Wachstum. Bis 2023 werde das weltweite Vermögen um durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr zulegen - angetrieben von Asien, wo die Experten in den kommenden Jahren über eine Million neue Millionäre erwarten.

Das verhaltene Vermögenswachstum haben zuletzt auch die Banken zu spüren bekommen, die das Geld der Reichen verwalten. Um ihr Geschäft auch angesichts der etwas trüberen Aussichten anzukurbeln, sollten sie nicht nur auf Reiche und Superreiche setzen, sondern auch auf potenzielle Kunden mit einem Vermögen zwischen 250.000 und einer Million Dollar, empfahl BCG. Denn dieses Segment werden in den kommenden fünf Jahren stark zunehmen. Allerdings ist es auch umkämpft - denn neben einigen Vermögensverwaltern bedienen diese Klientel auch normale Kleinkundenbanken, unabhängige Vermögensverwalter oder Discountanbieter.

Die Schweizer Banken - darunter einige der weltgrössten Vermögensverwalter - dürften ihre Gewinnmargen in den kommenden fünf Jahren stabil halten können. Sie könnten sinkende Einnahmen durch ebenfalls sinkende Kosten ausgleichen, sagte BCG-Schweiz-Chef Daniel Kessler. 

(Reuters)

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