Studienergebnisse - Roche mit Erfolgen bei neuem Grippemittel

Der Pharmakonzern Roche hat übers Wochenende an einem Kongress in Singapur detaillierte, positive Daten zu einem neuen Grippemittel für Kinder vorgelegt.
02.09.2019 10:41
Wolken über dem Hauptsitz von Roche.
Wolken über dem Hauptsitz von Roche.
Bild: Bloomberg

Xofluza sei als Einzeldosis eine gut verträgliche und wirksame Behandlungsform von Grippe bei Kindern zwischen einem und zwölf Jahren, teilte Roche am Montag mit. Das hätten Daten aus der Phase-III-Studie "MINISTONE-2" bewiesen.

Der primäre Endpunkt in dieser Studie sei erreicht worden, so Roche weiter. Erste Angaben zu den neuen Daten aus dieser Studie waren allerdings bereits im Juli vorgelegt worden.

Die Studie habe laut den Angaben auch aufgezeigt, dass die Wirksamkeit von Xofluza mit Oseltamivir, einer bewährten wirksamen Behandlung bei Kindern mit Grippe, vergleichbar sei. Zudem reduziere Xofluza bei Erwachsenen und Jugendlichen die Zeitspanne, in der das Grippevirus aus dem Körper freigesetzt werde, im Vergleich zu Oseltamivir um mehr als zwei Tage.

Geringe Ansteckungsrate

In der zweiten zu Xofluza präsentierten Phase-III-Studie "BLOCKSTONE" ging es um die Ansteckungsrate. Verglichen mit einer Placebo-Behandlung sei die Ansteckungsgefahr von Probanden, die mit an Grippe erkrankten Personen unter einem Dach lebten, mit der präventiven Einnahme von Xofluza signifikant geringer gewesen, hiess es in einer Mitteilung der Roche-Tochter Genentech.

Auch dazu hatte Roche bereits im Juni Anhaltspunkte präsentiert: der primäre Endpunkt wurde erreicht. Wie es in der heutigen Meldung heisst, hat Xofluza im Vergleich zu Placebo die Ansteckungsgefahr im gleichen Haushalt um 86 Prozent gesenkt. Und nur 1,9 Prozent der mit Xofluza behandelten Probanden haben sich infiziert, gegenüber 13,6 Prozent in der mit Placebo behandelten Gruppe.

Roche-Genussscheine gewinnen

An der Börse gewinnen die Genussscheine von Roche am Montag an Wert. Bis um 10 Uhr rücken sie um knapp 0,7 Prozent auf 272,35 Franken vor, während der Gesamtmarkt (SMI) 0,21 Prozent dazugewinnt.

Die beiden positiven Studien dürften Xofluza helfen, mit noch grösserer Akzeptanz in den Markt zu drängen, glaubt ZKB-Analyst Michael Nawrath. Die Effekte der Xofluza-Behandlung seien auch im Vergleich zum alten Tamiflu und zu Placebo allein nicht schlechter.

Am erwarteten Umsatzpotenzial von Xofluza (1-3 Mrd Fr.) ändere sich aber durch die neusten Studiendaten nichts, so der ZKB-Experte weiter.

(AWP)