Sulzer-Aktie dank Spekulationen gesucht

Victor Vekselberg unterbreitet den übrigen Sulzer-Aktionären ein Pflichtangebot, was Raum für Spekulationen schafft. cash hat bei Händlern und Analysten nachgefragt.
03.08.2015 10:54
Von Lorenz Burkhalter
Der Grossaktionär Victor Vekselberg ebnet bei Sulzer den Weg für ein Aktienrückkaufprogramm.
Der Grossaktionär Victor Vekselberg ebnet bei Sulzer den Weg für ein Aktienrückkaufprogramm.
Bild: Bloomberg

Sein Engagement bei Sulzer hat den russischen Milliardär Victor Vekselberg bislang vor allem eines: Geld gekostet. Hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, dass sein durchschnittlicher Einstandspreis in der Nähe von 180 Franken liegt. Am Freitag ging die Aktie des in Winterthur beheimateten Industriekonzerns bei 99,20 Franken aus dem Handel.

Wie nun bekannt wird, hat Vekselberg seine Beteiligung in der jüngsten Vergangenheit von 33,19 auf 33,36 Prozent ausgebaut und damit den bei 33,3 Prozent liegenden Schwellenwert für ein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre durchschritten. Diesen bietet der russische Milliardär denn auch den gesetzlichen Mindestpreis von 99,20 Franken je Aktie.

An der Schweizer Börse SIX klettert die Aktie von Sulzer zur Stunde um 4,7 Prozent auf 103,90 Franken. Die Tageshöchstkurse liegen sogar bei 104,80 Franken. Beobachter berichten von aggressiven Deckungskäufen.

Folgt jetzt ein Aktienrückkaufprogramm?

Dass die Barofferte an die Publikumsaktionäre nur gerade den gesetzlichen Mindestanforderungen entspreche, sage einiges über die Pläne Vekselbergs aus, so heisst es im Berufshandel. Aus heutiger Sicht würden dem Grossaktionär vermutlich keine Aktien angedient.

Händlern zufolge lässt sich über die Beweggründe für das Überschreiten des Schwellenwerts von einem Drittel der Stimmen nur spekulieren. Es wird vermutet, dass das Pflichtangebot bei Sulzer den Weg für ein Aktienrückkaufprogramm ebnen soll.

Diese Meinung teilt auch der für die Bank Vontobel tätige Analyst. Er rät den Publikumsaktionären aus den offensichtlichen Gründen von einer Annahme des Pflichtangebots ab. Insgesamt sei dieses aus Aktionärssicht aber positiv zu werden, signalisiere es doch bevorstehende Aktienrückkäufe. Dennoch stuft er die Aktie von Sulzer vorerst nur mit "Hold" und einem Kursziel von 100 Franken ein.

Bei J. Safra Sarasin heisst es, Vekselberg habe sich mit dem Pflichtangebot mehr Manövrierraum verschafft. Er könne nun seine Beteiligung bis auf 50 Prozent erhöhen, ohne meldepflichtig zu werden. Dennoch stuft man die Aktie von Sulzer nur mit "Neutral" ein.