Sulzer-Aktionäre gucken in die Röhre

Trotz den Millionen aus dem Metco-Verkauf werden die Sulzer-Anleger kaum von einer Sonderdividende profitieren, sagt CEO Klaus Stahlmann im cash-Video-Interview. Für das laufende Jahr ist er vorsichtig optimistisch.
20.02.2014 14:25
Von Ivo Ruch
Sulzer-CEO Stahlmann: «Der Investment-Case für Sulzer hat sich nicht geändert.»
Bild: cash

Die Sulzer-Aktionäre hatten in jüngster Zeit wenig Grund zur Freude. Nach der Präsentation der Jahreszahlen am Donnerstag verloren die Aktien der Winterthurer mehr als 5 Prozent, das Minus seit Jahresbeginn beträgt bereits 10 Prozent. Nur fünf Titel im Swiss Performance Index (SPI) sind schlechter ins Jahr gestartet.

Bereits im letzten Jahr konnte die Sulzer-Aktie kaum überzeugen. In einem positiven Gesamtmarkt glich die Sulzer-Performance einem Nullsummenspiel. Und auch in nächster Zukunft dürfte von den Valoren wohl kaum Kurssprünge erwartet werden. "Der Investment-Case für Sulzer hat sich nicht geändert", sagt Sulzer-CEO Klaus Stahlmann im cash-Video-Interview.

Was geschieht mit den Metco-Millionen?

Für die Sulzer-Aktie spreche aber, dass der Industriekonzern von den Mega-Trends der Zukunft profitieren werde. Dabei will sich Sulzer neu auf die Schlüsselmärkte Energie, Wasser sowie Öl und Gas konzentrieren. "Ich hoffe, dass diese Strategie zu einem profitablen Wachstum führt", sagt Stahlmann. Zu dieser Strategie gehört auch der kürzlich beschlossene Verkauf der Sulzer-Division Metco an OC Oerlikon. Dank der Veräusserung der Sparte für Oberflächentechnik will Sulzer deutlicher als ein einziges Unternehmen wahrgenommen werden.

Der Metco-Deal spült Sulzer rund 850 Millionen Franken in die Kasse. Doch wer mit einer Sonderdividende rechnet, hofft vergebens. Die Sulzer-Aktionäre werden kaum vom Metco-Batzen profitieren können. Denn wie Stahlmann sagt, "besteht im Verwaltungsrat eine Präferenz dazu, diese Mittel für organisches und externes Wachstum im Unternehmen einzusetzen." Somit bleibt den Sulzer-Aktionären die unveränderte ordentliche Dividende von 3,20 Franken bei einer erhöhten Ausschüttungsquote von 46 Prozent. In einem Marktkommentar schreibt die Privatbank Notenstein, es sei enttäuschend, dass Sulzer den Aktionären trotz des Metco-Verkaufs keine Sonderausschüttung zukommen lasse.

Sulzer hat im Geschäftsjahr 2013 einen Rückgang der Bestellungen und des Umsatzes hinnehmen müssen und damit die Erwartungen verfehlt. Der Nettogewinn sank wie erwartet um 23 Prozent auf 234,4 Millionen Franken. Die Finanzresultate seien aus operativer Sicht nicht zufriedenstellend, sagte Finanzchef Jürgen Brandt am Donnerstag vor den Medien.

Vorsichtig optimistischer Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr wolle man die bereits eingeleiteten Massnahmen weiterführen, so CEO Stahlmann. Dazu gehöre auch, geeignete Übernahmekandidaten zu finden, um das Angebot an Services zu verbessern und um die Metco-Millionen zu investieren. Bei Bestellungseingang und Umsatz erwartet Sulzer ein leichtes Wachstum und in Teilen der Öl- und Gasindustrie wird mit regen Aktivitäten gerechnet. "Wir sind vorsichtig optimistisch", wagt Stahlmann einen Ausblick.

Schliesslich konnte Sulzer den vakanten Chefsessel im Verwaltungsrat besetzen. Peter Löscher, der ehemalige Chef des deutschen Industriekonzerns Siemens, ist als Nachfolger von Manfred Wennemer nominiert worden.

Im cash-Video-Interview sagt Klaus Stahlmann zudem, was er sich vom Umbau des Sulzer-Konzerns erhofft.