Sulzer-VR verzichtet auf Empfehlung

Der Verwaltungsrat von Sulzer verzichtet auf eine Empfehlung zum Pflichtangebot der Aktionärsgruppe um Renova.
24.08.2015 08:23
Sulzer ist ein weltweit tätiger Industriekonzern mit Sitz in Winterthur.

Diese hatte über die Tochtergesellschaft Tiwel Holding per Ende Juli 2015 den Schwellenwert von einem Drittel der Stimmrechte von Sulzer überschritten und in der Folge zur Erfüllung der gesetzlichen Angebotspflicht ein öffentliches Kaufangebot an alle Aktionäre von Sulzer unterbreitet.

Mit einem Gebot ohne Prämie sollten die Mehrheitsverhältnisse aber nicht in Frage gestellt werden. Der Angebotspreis von 99,20 CHF für alle ausstehenden Aktien des Industriekonzerns entsprach dem börsenrechtlichen Mindestpreis und dem damals relevanten Schlusskurs von Ende Juli.

Zur Beurteilung des Kaufangebots habe der Verwaltungsrat von Sulzer einen unabhängigen Ausschuss gebildet, dem ausser den beiden Renova-Vertretern im Verwaltungsrat, Peter Löscher und Marco Musetti, alle unabhängigen Mitglieder des Verwaltungsrats angehören, teilt das Unternehmen am Montag mit. Dieser Ausschuss sei nach sorgfältiger Prüfung zum Schluss gekommen, auf eine Empfehlung hinsichtlich Annahme oder Ablehnung des Angebots zu verzichten.

Kein Kontrollwechsel

Gemäss dem Angebotsprospekt strebe die Renova-Gruppe weder eine Änderung der strategischen Ausrichtung von Sulzer noch der bestehenden Zusammensetzung von Verwaltungsrat oder Konzernleitung an und an der Kotierung der Gesellschaft solle festgehalten werden. Entsprechend liege auch kein Kontrollwechsel vor.

Der Verwaltungsrat verweist darauf, dass das Wertsteigerungspotenzial von Sulzer im Angebotspreis nicht angemessen berücksichtigt sei. Dadurch würden Aktionäre, welche das Kaufangebot annehmen, von möglichen Kurssteigerungen nicht profitieren können. Andererseits schütze ein Andienen der Aktien vor einem allfälligen Kurssturz. Sollte eine grosse Anzahl Aktien angedient werden, könnte zudem die Liquidität des Titels reduziert werden.

(AWP)