Sulzer: Weniger Umsatz, hohe Dividende

Der Industriekonzern Sulzer hat im Geschäftsjahr 2015 wie angekündigt einen Rückgang des Bestellungseingangs, des Umsatzes und des Gewinns hinnehmen müssen. Trotzdem wird eine Sonderdividende ausbezahlt.
25.02.2016 06:33
Sulzer-Servicecenter in Birmingham, England.
Sulzer-Servicecenter in Birmingham, England.
Bild: ZVG

Belastend wirkt nach wie vor die schwache Verfassung des Öl- und Gasmarktes, was aber teilweise vom starken Energiegeschäft aufgefangen wird. Dank der üppig vorhandenen Mittel zahlt das Unternehmen eine einmalige, hohe Sonderdividende. Für 2016 wird ein weiterer markanter Rückgang von Umsatz und Bestellungseingang vorhergesagt.

Der Bestellungseingang reduzierte sich 2015 um 8,4% auf 2,90 Mrd CHF und der Umsatz um 7,5% auf 2,97 Mrd. Währungsbereinigt ergab sich ein Minus von 3,7% für die Bestellungen und von 3,2% für den Umsatz. Der Auftragsbestand lag mit 1,51 Mrd um knapp 14% unter dem Stand von Juni 2015, wie Sulzer am Donnerstag mitteilt. Das starke Wachstum im Energiemarkt habe die niedrigere Aktivität im Öl- und Gasmarkt teilweise kompensiert, heisst es zum Geschäftsverlauf.

Der operative EBITA fiel gegenüber dem (bereinigten) Vorjahreswert um gut 16% auf 254,1 Mio CHF zurück und die entsprechende Marge um 80 Basispunkte auf 8,6%. Im Vorjahr hatte Sulzer auf die Geschäftseinheit Water eine Goodwill-Wertminderung von 340 Mio vorgenommen und dadurch einen Betriebsverlust von 69 Mio erlitten. Der Reingewinn fiel mit 73,9 Mio CHF um 73% geringer aus als im Vorjahr.

Hohe Dividende

Als Dividende soll insgesamt ein Betrag von 18,10 CHF ausgeschüttet werden. Dies beinhaltet eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte ordentliche Dividende von 3,50 CHF. Wegen der üppig vorhandenen Mittel kommt indes noch eine einmalige Sonderdividende von 14,60 CHF hinzu. Diese werde bezahlt, um einen "signifikanten Teil" der Bargeldüberschüsse an die Aktionäre zurückzuführen. Auch nach dieser Ausschüttung verfüge man über eine Netto-Cashposition sowie über eine der stärksten Bilanzen in der Industrie. Dies erlaube es dem Unternehmen, sämtliche strategische Optionen zu verfolgen.

Mit den Zahlen hat Sulzer die Erwartungen der Analysten teilweise erfüllt, vor allem aber mit dem Reingewinn deutlicher verpasst. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 2,97 Mrd CHF, für den Auftragseingang bei 2,95 Mrd, für den EBITA bei 254 Mio und für den Reingewinn bei 104 Mio.

Für das Geschäftsjahr 2016 erwartet Sulzer einen währungsbereinigten Rückgang von Umsatz und Bestellungseingang zwischen 5 und 10%. Aus dem laufenden "Sulzer Full Potential"-Programm sollen Einsparungen von 60 bis 80 Mio CHF erzielt werden. Ab 2018 sollen diese Einsparungen 200 Mio CHF erreichen. Für 2016 prognostiziert das Unternehmen weiter eine operative EBITA-Marge im Bereich von 8%.

(AWP)