Sunrise-Chef gibt sich kämpferisch

Sunrise-Chef Olaf Swantee sagt der Konkurrenz den Kampf an. Sunrise will im Mobilfunk wachsen und im TV-Geschäft weiter zulegen.
28.08.2016 16:44
Laden von Sunrise an der Bahnhofstrasse in Zürich.
Laden von Sunrise an der Bahnhofstrasse in Zürich.
Bild: cash

Das TV-Angebot soll ausgebaut werden. Sunrise schaut sich darum nach neuen internationalen Partnern um, wie Olaf Swantee im Interview mit der "SonntagsZeitung" sagt.

Für eine Fusion gibt es gemäss Swantee aber keinen Grund mehr. "Heute hat Sunrise im Gegensatz zu damals ein komplettes Angebot und kann im Wettbewerb bestehen", sagt er im Interview. Im Jahr 2010 scheiterte eine geplante Fusion zwischen Sunrise und der damaligen Orange, da die Wettbewerbskommission (Weko) sich in den Weg stellte.

Die grosse Herausforderung sei, das Schrumpfen des Umsatzes aufzuhalten, sagt Swantee weiter. Doch gibt sich Swantee kämpferisch. Sunrise liegt im TV-Geschäft zwar bei der Kundenzahl hinter der Swisscom und der Kabelnetzbetreiberin UPC. Doch verzeichne Sunrise das stärkste Wachstum. Das TV-Geschäft macht 11% des Umsatzes aus. "Das muss mehr werden, weil Geschäftsbereiche wie die Festnetztelefonie wegbrechen". Konkrete Ziele zu Marktanteilen nennt der Sunrise-Chef nicht.

Zudem will Sunrise auch im Mobilfunk zulegen. Ein wichtiges Thema seien Zweitgeräte. Swantee rechnet damit, dass in ein paar Jahren jeder vier bis fünf Geräte, also Tablets, iPads, GPS-Geräte oder iWatch, besitzt. "Diese wollen wir ebenfalls mit dem Fest- und dem Mobilnetz verbinden".

Die Schweiz hat im internationalen Vergleich sehr strenge Grenzwerte bei den Handyantennen. Swantee fordert eine Lockerung. "Die Regelung muss unbedingt angepasst werden." Sonst könne das Datenwachstum längerfristig nicht mehr bewältigt werden und man gerate in einen Engpass. Die tiefen Grenzwerte gefährden die digitale Infrastruktur der Schweiz, warnt der Sunrise-Chef.

In der vergangenen Woche hat Sunrise seine Halbjahresergebnisse publiziert. Der zweitgrösste Anbieter des Landes musste einen Umsatzrückgang hinnehmen. Dank Kostensenkungen blieb der Betriebsgewinn (EBITDA) bei 287 Mio CHF nahezu stabil.

(AWP)