Sunrise dämpft Dividendenerwartungen

Sunrise legt zwar ein solides Jahresergebnis vor, dämpft aber die Dividendenerwartungen. Dennoch kann die Aktie eine anfängliche Frühschwäche überwinden.
10.03.2016 10:59
Von Lorenz Burkhalter
Sunrise Communications erfüllt die diesjährigen, nicht aber die zukünftigen Dividendenerwartungen.
Sunrise Communications erfüllt die diesjährigen, nicht aber die zukünftigen Dividendenerwartungen.
Bild: cash

Nach mehreren Ergebnisenttäuschungen in Folge hat der Mobilfunkanbieter Sunrise Communications im Schlussquartal endlich wieder Tritt gefasst. Die zuvor deutlich nach unten revidierten Konsensschätzungen werden beim Umsatz um 2 Prozent und beim operativen Gewinn (EBITDA) sogar um 2,5 Prozent übertroffen.

Für das vergangene Geschäftsjahr wird den Anteilseignern wie erwartet eine Dividende von 3 Franken je Aktie entrichtet. Das entspricht einer attraktiv hohen Rendite von 4,7 Prozent. Zum Vergleich: Die Aktie von Swisscom wirft "nur" 4,3 Prozent ab.

So weit, so gut. Wären da nicht die vorsichtigen Aussagen, was die zukünftigen Ausschüttungen anbetrifft. Obschon sich der operative Ausblick für das laufende Jahr, wenn auch nur knapp, mit den Konsensschätzungen deckt, liegt die Dividendenbandbreite von 3,24 bis 3,36 Franken je Aktie unter den von Analysten erwarteten 3,45 bis 3,50 Franken.

Davon lassen sich die Anleger nicht abschrecken. An der Schweizer Börse SIX gewinnt die Sunrise-Aktie zur Stunde 2,1 Prozent auf 64,50 Franken, nachdem sie kurz nach Handelsbeginn auf 61,90 Franken tauchte.

Operatives Geschäft zeigt Fortschritte

Bei der UBS Investmentbank ist von einem besser als erhofften Schlussquartal die Rede. Der Umsatzrückgang der vorangegangenen neun Monate in den letzten drei Monaten des Jahres zum Erliegen gekommen, so schreibt der für die Schweizer Grossbank tätige Autor in einem Kommentar.

An den kostenseitigen Fortschritten zeigt er sichtlich Gefallen. Der stark rückläufige Investitionsbedarf habe nicht nur beim Reinergebnis, sondern auch beim freien Cash Flow sowie bei der Nettoverschuldung zu Verbesserungen geführt.

Auf Basis des vorliegenden Zahlenkranzes rechnet der Analyst mit einer Fortsetzung der über die letzten Wochen beobachteten Kurserholung. Er empfiehlt die Sunrise-Aktie wie bis anhin mit einem optisch hohen Kursziel von 78 Franken zum Kauf.

Dividende bleibt trotz zu hohen Erwartungen attraktiv hoch

Auch der Berufskollege von der Berenberg Bank zeigt sich erleichtert über die besser als erwartete Geschäftsentwicklung im Schlussquartal und den ermutigenden Ausblick für dieses Jahr.

Der Analyst räumt zwar ein, dass die für 2016 in Aussicht gestellte Dividende unter den Konsensschätzungen liegt. Allerdings lasse sich davon noch immer eine attraktiv hohe Rendite von 5,2 Prozent ableiten. Von den Aussagen zur im nächsten Frühjahr zur Auszahlung stehenden Dividende leitet er über die geplante Ausschüttungsquote von 65 Prozent einen freien Cash Flow von 225 bis 233 Millionen Franken ab. Damit habe Sunrise Communications noch immer einen grossen finanziellen Spielraum, so ergänzt der Experte. Er stuft die Aktie unverändert mit "Buy" und einem Kursziel von 85 Franken ein.

Noch einen Schritt weiter geht man bei Kepler Cheuvreux. In einem Kommentar werden die Aussagen zur nächstjährigen Dividende als klares Bekenntnis zum Dividendenwachstum beurteilt. Nicht zuletzt auch dank des soliden Jahresergebnisses wird die Aktie mit einem Kursziel von 75 Franken zum Kauf empfohlen.

Händler relativieren die Wortmeldungen von UBS Investmentbank und Berenberg Bankmit dem Hinweis, dass die beiden Institute in den Börsengang des Mobilfunkanbieters involviert gewesen seien.