Swatch im FokusSchweizer Börse startet schwach

Der SMI ist am Donnerstag schwach gestartet. Der Leitindex war zunächst unter die Marke von 8'300 Punkten gesunken, innerhalb der ersten halben Stunde kehrte er jedoch wieder über die Marke zurück.
02.02.2017 10:33
Ampel bei der Schweizer Börse in Zürich zeigt rot.

Insbesondere die beiden schwachen Pharmaschwergewichte ziehen den Gesamtmarkt nach unten, während die ebenfalls schwerkapitalisierten Nestlé dagegenhalten. Grösster Verlierer sind derweil Swatch nach einem enttäuschenden Zahlenset für 2016.

Die Vorgaben aus Übersee fielen in der Summe negativ aus. In den USA tat sich nach dem gestrigen Handelsschluss praktisch kaum noch etwas. In Asien schlossen hingegen die wichtigsten Aktienmärkte klar im Minus. Der Zinsentscheid in den USA vom Vorabend wird von Händlern allerdings als eher neutral eingestuft, da die Notenbank wie erwartet die Leitzinsen nicht verändert hatte und auch keine Abweichungen vom Zinspfad in Aussicht stellte. Nun rückt die Bank of England in den Blick, welche ihren Zinsentscheid um die Mittagszeit bekanntgeben wird. Da mit einem "Nullentscheid" zu rechnen sei, würden vor allem die Konjunkturprognosen im Fokus stehen, heisst es.

Der Swiss Market Index (SMI) büsst gegen 9.30 Uhr noch 0,17% auf 8'314,78 Punkte ein, nachdem er in der Eröffnungsphase bis auf 8'266 zurückgefallen war. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,09% auf 1'325,93 Zähler nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,20% auf 9'086,33. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen jeweils 14 im Minus bzw. im Plus und zwei unverändert.

Fokus auf Swatch

Das Augenmerk der Marktteilnehmer liegt auf Swatch, die um 1,7% einbüssen und die Auftaktverluste damit mittlerweile klar eingegrenzt haben. Der Uhrenkonzern hat deutlich weniger umgesetzt und unter dem Strich weniger verdient. Der Rückgang ist in beiden Fällen zudem stärker als von Analysten im Vorfeld prognostiziert. Die Dividende wird gekürzt und dies ebenfalls stärker als von den Experten erwartet. Im Ausblick schlägt Swatch wie gewohnt optimistische Töne an. Die Titel der Konkurrentin Richemont hingegen entziehen sich einer Sippenhaft sowie dem insgesamt schwachen Trend und legen 0,4% zu.

Für den grössten Abgabedruck sorgen derweil nachrichtenlos die beiden Pharmaschwergewichte Roche (-1,0%) und Novartis (-0,9%). Am Vortag hatte der Roche "Bons" nach insgesamt gut aufgenommenen Zahlen und Aussagen vom Management den Gesamtmarkt noch relativ stark angeschoben.

Grössere Einbussen sind auch im Segment Finanzwerte zu sehen, wo CS mit -0,7% aktuell am schlechtesten abschneiden; UBS (-0,1%) kommen besser weg, nachdem es am Vortag genau umgekehrt gewesen war. Julius Bär notieren am Tag nach der überzeugenden Zahlenpublikation unverändert. Das Management hatte u.a. erklärt, dass kleinere Ergänzungsakquisitionen weiterhin möglich seien. Und eine solche wurde am Berichtstag mit der Übernahme der Wergen & Partner Vermögensverwaltung bekanntgegeben.

Bei den Gewinnern stehen die zuletzt arg gebeutelten Aryzta mit +2,1% in Front. Auch Swiss Re (+0,8%) ziehen deutlicher an, nachdem der Mitbewerber Hannover Rück nach Preisverhandlungen das Gewinnziel für 2017 angehoben hat. Geberit (+0,7%) vervollständigt das Führungstrio und auch weitere Industriewerte wie LafargeHolcim (+0,5%), Sika (+0,4%) und Schindler (+0,3%) werden nachgefragt.

Die defensiven Schwergewichte Nestlé ziehen ohne konkrete News um 0,6% an. Allerdings habe der Valor zuletzt relativ schlecht im Markt gelegen, hiess es im Handel.

Am breiten Markt fallen Emmi nach Zahlen 3,6% zurück. Der Milchverarbeiter hat mit dem Umsatzausweis für 2016 die Analystenprognosen verfehlt und vor allem mit dem organischen Wachstum enttäuscht.

Die Bucher-Aktien legen hingegen um 0,8% zu. Der Industriekonzern hat wie erwartet weniger umgesetzt, mit dem Auftragseingang allerdings überzeugt, wie Analystenkommentaren zu entnehmen ist. Erfreulich sei die Bodenfindung in der grössten Division Kuhn Group beim Auftragseingang, heisst es bei der ZKB.

Einen Kursprung machen Lifewatch (+6,6%), nachdem das Medizinaltechnik-Unternehmen nach dem öffentlichen Angebot von Aevis weitere Angebote einholen will. Damit dürfte sich ein Bieterwettbewerb abzeichnen, hiess es im Handel.

(AWP)