Swatch, Richemont und Co. - Für diese Firmen könnte das China-Virus ein Problem werden

Die Angst vor negativen Folgen der Corona-Virus-Pandemie auf die Gewinnentwicklung einiger Unternehmen aus der Schweiz geht um. Das setzt den Aktien der betroffenen Firmen zu Wochenbeginn zu.
27.01.2020 11:41
Von Lorenz Burkhalter
Für diese Firmen könnte das China-Virus ein Problem werden
Bild: ZVG

Innerhalb von wenigen Tagen haben sich – von China ausgehend – weltweit mehr als 2700 Personen mit dem Corona-Virus "2019-nCoV" infiziert. Für 80 Personen endete dies bis jetzt tödlich. Mittlerweile gibt es auch in der Schweiz erste Verdachtsfälle.

Die Regierung in Peking stellte bereits mehrere Millionen-Metropolen unter Quarantäne und versucht der Pandemie mit Reiseverboten Herr zu werden. Auch in Hongkong wurde der Ausnahmezustand ausgesprochen.

Beim Anblick dieser Zahlen werden Erinnerungen an die Lungenkrankheit Sars in den Jahren 2002/03 wach. Damals kam die Reisetätigkeit im asiatischen Raum nahezu zum Erliegen, auch die Konsumfreudigkeit litt darunter.

Grossbank warnt vor Folgen für Swatch und Richemont

Es überrascht deshalb nicht, dass am Montag vor allem die Aktien der beiden Luxusgüterhersteller Swatch (- 3,9 Prozent) und Richemont (- 3,3 Prozent) sowie die des Detailhandelskonzerns Dufry (- 5,1 Prozent) unter Verkaufsdruck geraten. Die Aktie von Flughafen Zürich wird hingegen um 2,7 Prozent tiefer gehandelt.

Wie RBC Capital Markets schreibt, hat sich die Welt seit 2002/03 deutlich verändert. Aufgrund der Urbanisierung sei die Bevölkerungsdichte in China heute deutlich höher und auch das Reiseaufkommen viel grösser, so die kanadische Grossbank. Ihres Erachtens könnten Swatch und Richemont am stärksten betroffen sein, sollte der Corona-Virus "2019-nCoV" weiter um sich greifen. Auf die damaligen Folgen der SARS-Pandemie abgestützt, rechnet RBC Capital Markets mit negativen Folgen für die Gewinnentwicklung der beiden Luxusgüterhersteller von bis zu 8 Prozent.

Mehr als ein Sturm im Wasserglas?

Die UBS stellt ähnliche Berechnungen für den Flughafen Zürich an. Der Grossbank zufolge sind Flüge von und nach Hongkong und China bei der Flughafenbetreiberfirma für gut 2 Prozent des Jahresumsatzes, Flüge von und nach Asien für gut 7 Prozent, verantwortlich. Allerdings sind asiatische Passagiere am Flughafen Zürich für bis zu 15 Prozent der Detailhandelsumsätze verantwortlich. In diesem Bereich ortet die UBS denn auch die eigentlichen finanziellen Risiken für das Unternehmen.

Beobachter ziehen davon negative Rückschlüsse auf Dufry. Der Basler Detailhandelskonzern betreibt auch in Asien an zahlreichen Flughäfen Verkaufsstellen.

Händler geben allerdings zu bedenken, dass die Börse auf kurze Sicht gerne zu Übertreibungen neigt und sich schon so manche Ängste rückblickend bloss als ein "Sturm im Wasserglas" erwiesen habe. Auch nach der Sars-Pandemie der Jahre 2002/03 sei bei den betroffenen Aktien rasch wieder Normalität eingekehrt. Das könnte auch diesmal der Fall sein. Nun gelte es erst einmal, die Nerven nicht zu verlieren und die weitere Entwicklung im Auge zu behalten.

 

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