«Swiss-Drohung macht uns keine Angst»

An der Halbjahresmedienkonferenz des Flughafens Zürich standen am Montag nicht Gewinnzahlen, sondern das Thema Gebührenerhöhung im Fokus. Im cash-Video-Interview nimmt Flughafen-CEO Thomas Kern Stellung.
26.08.2013 15:55
Von Frédéric Papp
Thomas Kern, CEO Flughafen Zürich, im cash-Video-Interview.
Bild: cash

"Ein Flughafen und eine Airline unterhalten eine symbiotische Beziehung." Mit diesen Worten eröffnete Thomas Kern, CEO des Flughafen Zürich, die Medienkonferenz zu den Halbjahreszahlen sein Referat über die umstrittene Erhöhung der Passagiergebühren. Doch diese symbiotische Beziehung hat in den letzten Wochen arg gelitten.

Seit Wochen herrscht eine giftige Debatte über die vom Flughafen Zürich geforderte Erhöhung der Passagiergebühren. Laut Preisüberwacher Stefan Meierhans unterbinden die im internationalen Vergleich bereits hohen Gebühren den Wettbewerb. Auch die Swiss, der symbiotische Partner der Swiss, schoss scharf. Swiss-Chef Harry Hohmeister drohte gar mit einem Teilrückzug der Swiss vom Hub Zürich. Eine symbiotische Beziehung sieht anders aus.  

Bisweilen keine Einigung erzielt

Kern gibt sich diesbezüglich gelassen: "Wären die Drohungen von Swiss-Chef Harry Hohmeister ernst gemeint, dann bekäme ich Angst. Aber diese Drohungen sind nicht ernst gemeint", sagt der Flughafen-Chef im cash-Video-Interview. In anderen Worten: Hohmeister blufft.

Am letzten Freitag endete der nunmehr sechs Monate dauernde Gebührenstreit ohne Einigung. In den kommenden Tagen wird der Flughafen Zürich dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) einen Gebührenvorschlag zur Prüfung und Genehmigung einreichen. "Wir werden nicht unter das letzte Angebot gehen", gibt sich Kern kämpferisch. Ein Entscheid des Bundesamtes wird aber nicht vor Oktober erwartet.

Wichtige Einnahmequelle

Kern rechtfertigt die Anpassung der Gebühren mit der hohen Investitionsquote. "In den letzten zehn Jahren investierten wir durchschnittlich pro Tag eine Million Franken in den Flugbetrieb, ohne die Gebühren anzuheben", sagt Kern. Somit wurden in der letzten Dekade summa summarum 3 Milliarden Franken investiert. Weiter erfordere auch das hohe Lohn- und Kostenniveau hierzulande eine Anpassung, so der Flughafenchef.

Derzeit betragen die Passagiergebühren für lokale Passagiere 21 und für Transferpassagiere 8 Franken. "Geplant ist ein Aufschlag im tiefen einstelligen Prozentbereich", sagt Kern, ohne genauere Angaben zu machen. Die Erhöhung greift ab Anfang 2014 und soll bis Ende 2017 Bestand haben. Danach werde die Lage wieder neu beurteilt, so Kern.

Die laut eigenen Angaben moderate Erhöhung wird dem Flughafen dennoch die Kassen füllen. So schätzt die Flughafenbetreiberin in den kommenden vier Jahren, dass zwischen 50 bis 55 Millionen Passagiere Zürich als Abflughafen benutzen werden.

Im cash-Video-Interview sagt Kern, wie es um das Immobilienprojekt "The Circle" steht und wann mit der Verpflichtung von ein bis zwei Ankermietern gerechnet werden kann.