Swiss-Life-Aktie gerät unter Verkaufsdruck

Swiss Life will mit einer höheren Dividende punkten. Allerdings steht die Aktie des Lebensversicherungskonzerns seit Beginn der Analystenkonferenz unter starken Verkaufsdruck.
27.02.2015 14:06
Von Lorenz Burkhalter
Swiss Life erhöht die Dividende gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent. Allerdings liegt in Zukunft noch mehr drin.

(Ergänzt um Berichte aus dem Handel und den aktuellen Aktienkurs)

Swiss Life legt für das Schlussquartal des Geschäftsjahres 2014 ein eher mässiges Ergebnis vor. Sowohl beim Betriebsgewinn als auch beim um Sonderfaktoren bereinigten Reingewinn werden die jeweiligen Markterwartungen verfehlt. Nur gerade beim Eigenkapital werden diese deutlich übertroffen.

Es ist denn auch nicht der Zahlenkranz, welcher in Analystenkreisen für Entzücken sorgt, sondern die grosszügige Dividendenerhöhung. So sollen den Aktionären für das vergangene Jahr 6,50 Franken pro Titel ausbezahlt werden, was einer Steigerung von 18 Prozent entspricht.

Nachdem die Swiss Life an der Schweizer Börse SIX im frühen Handel bis auf 238,50 Franken klettern konnte, fällt sie starken Gewinnmitnahmen zum Opfer. Zur Stunde fällt sie um 3,1 Prozent auf 226,40 Franken. Beobachter berichten von grossen Verkaufsaufträgen aus dem Ausland.

Schlussquartal fällt zwar durchzogen aus...

Analysten zufolge ist das vorliegende Jahresergebnis von Licht und Schatten geprägt. So schreibt die Zürcher Kantonalbank beispielsweise, dass die verdienten Prämien etwas unter den bankeigenen Erwartungen ausgefallen seien. Im Heimmarkt Schweiz habe Swiss Life zwar erneut von einer starken Entwicklung im Kollektivgeschäft profitiert. In Deutschland sei das Marktwachstum aufgrund deutlich tieferer Volumen im traditionellen Geschäft mit Einmaleinlagen jedoch verfehlt worden. Rückläufig sei auch das internationale Geschäft gewesen.

Auch der Betriebsgewinn liegt dem verantwortlichen Analysten zufolge etwas unter den Markterwartungen. Unter anderem hätten höher als erwartete Restrukturierungskosten mithineingespielt. Der Reingewinn sei hingegen nur dank einem guten Anlageergebnis im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Die operative Gewinnentwicklung liege hingegen leicht unter den Erwartungen.

...Dividende überrascht jedoch positiv

Insgesamt habe das Unternehmen gute Kennzahlen ausgewiesen, die im Rahmen der Erwartungen seien und dabei eine Fortführung des bisherigen positiven Verbesserungstrends zeigen würden. Das Anlageergebnis bezeichnet der Analyst ebenfalls als gut, genauso wie die Eigenmittelsituation. Er empfiehlt die Aktie von Swiss Life deshalb weiterhin mit "Übergewichten" zum Kauf.

Lobende Worte findet auch der Berufskollege von J.P. Morgan, welcher als Koryphäe unter den Versicherungsexperten gilt. Er bezeichnet das Ergebnis als stark. Das gelte insbesondere vor dem Hintergrund der tiefen Zinsen. Und obschon der Analyst auch die Dividendenerhöhung für sehr positiv hält, stuft er die Aktie unverändert mit "Neutral" und einem Kursziel von 233 Franken ein.

Sein für die Bank Vontobel tätiger Berufskollege hält hingegen an seiner Kaufempfehlung sowie am 260 Franken lautenden Kursziel fest. Der Analyst bezeichnet das Jahresergebnis als solide. Erneut seien substanzielle Reserveauflösungen im Umfang von 1,2 Milliarden Franken vorgenommen worden. Die dem Ergebnis zugrundeliegende Qualität wird als gut erachtet. Auch an der Dividende findet man bei der Bank Vontobel sichtlich Gefallen und rechnet im laufenden Jahr mit einer weiteren Erhöhung.

Andere Versicherungsaktien sind attraktiverer

Auch bei Baader Helvea ist von einer gelungenen Dividendenüberraschung die Rede. Mit der Erhöhung um 18 Prozent auf 6,50 Franken je Aktie seien nicht nur die bankeigenen Erwartungen sondern auch die Konsensschätzungen übertroffen worden. Der verantwortliche Analyst empfiehlt die Aktie in der Folge weiterhin mit einem Kursziel von 255 Franken zum Kauf.

Bei der Credit Suisse wird ebenfalls die Dividendenerhöhung in den Mittelpunkt des Kommentars gestellt. Die mit "Neutral" und einem Kursziel von 210 Franken eingestufte Aktie sei zwar nicht teuer, werde sie doch noch immer mit einem Abschlag von 30 Prozent zum Nettosubstanzwert gehandelt. Allerdings liege die Dividendenrendite deutlich unter jener anderer Versicherungsaktien.