Swiss-Life-CEO: «Zinsen bleiben tief»

Im cash-Video-Interview äussert sich Bruno Pfister, CEO bei Swiss Life, zur Zinsentwicklung in den kommenden Monaten. Weiter sagt er, weshalb er Immobilien den Aktien vorzieht.
14.08.2013 16:46
Von Frédéric Papp
Bruno Pfister, CEO Swiss Life im cash-Video-Interview.
Bild: cash

Im ersten Halbjahr haben die Zinsen in der Schweiz ein Comeback gegeben. So befand sich noch im Mai die Rendite des zehnjährigen Eidgenossen bei tiefen 0,6 Prozent. Seither kletterten die Zinsen auf 1,1 Prozent. Doch dies dürfte vorläufig das Ende sein. 

Bruno Pfister geht weiterhin von einem Tiefzinsumfeld aus. "Mit weiter steigenden Zinsen ist kurz- bis mittelfristig nicht zu rechnen", sagt Bruno Pfister, CEO von Swiss Life, im cash-Video-Interview. "Wir haben ein gewisses Gleichgewicht gefunden, das sich über das Wirtschaftswachstum und über die bestehende Inflation erklären lässt", so Pfister weiter. Die im historischen Vergleich immer noch tiefen Zinsen schmerzen den grössten Lebensversicherer der Schweiz nicht mehr so sehr: "Wir können mit den aktuellen Zinsumfeld mittlerweile gut leben", so der Swiss-Life-CEO. 

Der leichte Aufwärtstrend bei den Zinsen wirkt sich positiv auf Neuabschlüsse von Lebensversicherungen der Swiss Life aus. Es können nun wieder mehr Volumen zu attraktiveren Margen gezeichnet werden.

"Setzen weiterhin auf Immobilien" 

Die von der Swiss Life eingenommenen Prämien von 10,4 Milliarden Franken im ersten Halbjahr 2013 müssen jeweils zu einem attraktiven Rendite-Risiko-Profil investiert werden. Und hier bieten sich laut Pfister vor allem Immobilien an.

"Auf Immobilien erwirtschaften wir nach wie vor eine Rendite zwischen vier bis fünf Prozent", sagt Pfister. Die Swiss Life favorisiert Immobilien neben den Obligationen primär aus zwei Gründen: Zum einen schränken regulatorische Vorschriften die Versicherer bei ihrer Asset-Wahl ein. So muss zum Beispiel für Aktien weit mehr Eigenkapital unterlegt werden, als für Immobilien oder Obligationen. Entsprechend tief ist die Aktienquote mit aktuell 1,5 Prozent, die laut Pfister in den kommenden Monaten wenn überhaupt, dann nur geringfügig erhöht wird.

Die Swiss Life halte, so Pfister, laufend nach interessanten Kaufgelegenheiten im Schweizer Immobilienmarkt Ausschau. Fündig wird der Schweizer Lebensversicherer vor allem bei den Banken, die ihre Immobilienportfolios bereinigen würden. Allerdings ebbe dieser Prozess langsam ab, so Pfister.

Weitere Bauprojekte in der Pipeline 

Ende Juli kaufte der grösste Lebensversicherer der Schweiz den früheren Hauptsitz der Zürcher Kantonalbank an der Zürcher Bahnhofstrasse. Swiss Life bezeichnete den Kauf damals als eine hervorragende langfristige Kapitalanlage. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Ursprünglich hatte die ZKB die Immobilie für 135 Millionen Franken ausgeschrieben.

Die Swiss Life kauft nicht nur bestehende Gebäude, sondern lässt auch bauen. So wurden auf dem Zürcher Maag-Areal vor Kurzem mehrere Wohnblöcke fertiggestellt, die laut Anlagechef Patrick Frost bereits alle vermietet sind, wie er an der Medienkonferenz zu den Halbjahreszahlen am Mittwoch sagte. Und: Die Swiss Life werde auch in den kommenden Monaten Bauprojekte in Angriff nehmen, so der Anlagechef weiter. 

Die Halbjahreszahlen der Swiss Life zeigen: 14 Prozent vom gesamten Anlagevolumen von rund 127 Milliarden Franken sind in Wohn- oder Geschäftsimmobilien investiert. Bei den Anleihen beträgt der Anteil 70 Prozent.

 

Im cash-Video-Interview äussert sich Bruno Pfister zur Gefahr einer Immobilienblase und er sagt, wie es um die Chance einer Dividendenerhöhung für die Swiss-Life-Aktionäre steht.