Swiss Market Index steigt auf Sieben-Monate-Hoch

Die Schweizer Börse ist am Dienstag auf den höchsten Stand seit Anfang Februar gestiegen.
06.09.2016 13:37
Von einer positiven Grundstimmung gestützt: Die Schweizer Börse am Dienstag.
Von einer positiven Grundstimmung gestützt: Die Schweizer Börse am Dienstag.
Bild: cash

Der Schweizer Aktienmarkt kann am Dienstagmittag seine frühen Avancen verteidigen. Der Leitindex SMI erholte sich dabei im Verlauf des Vormittags von einer kurzen Schwäche im frühen Handel. Von Unternehmensseite kommen kaum Impulse. Die Kurse würden zumeist von einer leicht positiven Grundstimmung gestützt, heisst es von Marktteilnehmern. Auch von Seiten der Konjunktur gebe es wenig Richtungsweisendes.

Nach dem Feiertag in den USA am Montag weisen die dortigen Futures leicht nach oben. Die Anleger würden bereits auf den Zinsentscheid der EZB am Donnerstag schauen, heisst es von Marktteilnehmern. Dabei werde insbesondere von Interesse sein, welchen Fahrplan die Euro-Notenbank bei den Wertpapierkäufen auflegt. Hierzulande fiel der BIP-Anstieg im zweiten Quartal etwas stärker aus als erwartet, in der EU wurden beim Wachstum die Erwartungen erfüllt.

Der SMI legte bis am Mittag um 0,2 Prozent auf 8325 Punkte zu. Damit habe sich der Leitindex bis über den oberen Rand der seit Monaten dauernden von 7800 bis 8300 Zähler reichenden Handelsspanne hinausgeschwungen, sagen Händler. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,2% auf 1266 und der breite SPI um 0,1% auf 9048 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 18 im Plus, 10 im Minus und 2 (Bâloise und Lafarge-Holcim) unverändert.

Gute Bewertung der Uhrenaktien

Erneut zulegen können die bereits gestern gesuchten Uhrenwerte Swatch (+1,4%) und Richemont (+0,7%). Für Swatch hat HSBC die Bewertung auf "Hold" von "Reduce" angehoben und für beide Aktien die Kursziele erhöht. Die Abwärtsrisiken werden als geringer bewertet, Gründe für Optimismus werden aber allerdings auch kaum gesehen. Der chinesische Markt und Margendruck seien weiter die wichtigsten Themen der Branche.

Auch Galenica (+1,2%), Dufry (+1,0%) oder Adecco (+0,5%) finden sich unter den Gewinnern. Swiss Re (+0,9%) legen ebenfalls zu, und die Aktien von Zurich (+0,7% auf 257,40 Franken) werden durch positive Kommentare gestützt. Die Société Générale hat die Bewertung für die Versicherungstitel auf "Hold" von "Sell" angehoben und das Kursziel auf 240 von 180 Franken. Swiss Life (-0,1%) und Bâloise (unv.) liegen etwas im Hintertreffen. Die Grossbanken CS und UBS (je +0,2%) haben nach anfänglichen Abgaben ins Plus gedreht.

Fester notieren auch Aktien des Technologiekonzerns ABB (+0,4%, 21,92 Franken), nachdem das Aktienresearch von Liberum das Kursziel auf 25 von 23 Franken erhöht und die "Buy"-Bewertung bestätigt hat. Der Analyst sieht ABB gegenüber dem Sektor um 20% unterbewertet und rechnet mit einer besseren Performance im Netz-Markt und einer Erholung im Öl- und Gas-Bereich.

Nestlé ohne Reaktion nach Merrill-Lynch-Abdeckung

Nestlé (-0,1%, 79 Franken) reagieren nicht auf die Aufnahme der Abdeckung durch Merrill Lynch. Der Analyst bewertet die Aktien des Lebensmittelkonzerns mit "Buy" und einem Kursziel von 97 Franken. Die Pharma-Schwergewichte Novartis (+0,3%) und Roche (+0,2%) zeigen sich leicht freundlicher.

Geberit, Givaudan (je -0,4%) und Schindler (-0,3%) gehören zu den Verlierern. Für Syngenta (-0,3%) hat Chem China die Angebotsfrist ein drittes Mal verlängert. Die Aktionäre haben nun bis zum 8. November Zeit, das Angebot anzunehmen.

Im breiten Markt hat der Energiekonzern BKW (+0,7%) den Umsatz gesteigert und das Ergebnis gehalten. und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Basilea (+0,4%) können vom Start einer klinische Phase-1/2a-Studie mit dem Onkologie-Medikamentenkandidaten BAL101553 etwas profitieren.

Santhera nach Halbjahreszahlen unter Druck

Auf der anderen Seite liegen Straumann (-1,2%, 379,75 Franken) im Angebot. Die Papiere werden neu von der Citigroup mit einem "Sell"-Votum bewertet und der zuständige Analyst hat die Abdeckung bei einem Kursziel von 314 Franken aufgenommen. Das Spezialitätenpharma-Unternehmen Santhera (-1,3%) hat im ersten Halbjahr 2016 den Verlust ausgeweitet, dank steigender Verkaufszahlen für Raxone den Umsatz jedoch gesteigert.

Bereits am Vortag hatten die Jungfraubahnen (-0,3%) Zahlen vorgelegt und konnten nicht an die Rekordwerte des Vorjahres anschliessen.

(AWP)