Swiss Re gibt Startschuss für Aktienrückkauf

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re will trotz eines Gewinnrückgangs Geld an seine Aktionäre zurückgeben. Die Anleger freuts, die Aktie ist gesucht.
03.11.2016 10:35
Kämpft mit anhaltend schlechten Marktbedinungen: Swiss-Re-Finanzchef David Cole (im Bild in einem früheren Interview mit cash)
Kämpft mit anhaltend schlechten Marktbedinungen: Swiss-Re-Finanzchef David Cole (im Bild in einem früheren Interview mit cash)
Bild: cash

Der Konzern kündigte am Donnerstag für den 4. November den Start des Rückkaufs eigener Aktien für bis zu einer Milliarde Franken an. Die Nummer zwei der Rückversicherungsbranche hatte ihren Aktionären bereits vorher versprochen, dass sie überschüssiges Kapital zurückbekommen, wenn es nicht zu den angepeilten Rentabilitätskriterien investiert werden kann. Die Anleger reagieren erfreut: Die Swiss-Re-Aktien führen die Gewinnerliste im Leitindex SMI mit einem Plus von 1,1 Prozent an.

Im dritten Quartal verdiente Swiss Re unter anderem wegen hoher Schadenzahlungen weniger. Der Gewinn sank im Zeitraum Juli bis September im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar. Das Unternehmen schnitt damit allerdings deutlich besser ab als Analysten erwartet hatten. Diese hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 967 Millionen Dollar gerechnet. Geholfen hat Swiss Re ein Gewinnsprung im Bereich Lebensversicherung und mehr Ertrag mit massgeschneiderten Versicherungslösungen. Zudem lief es an den Finanzmärkten gut und nicht mehr benötigte Schadenreserven konnten aufgelöst werden.

In der grössten Sparte Schaden-Rückversicherung sank der Gewinn allerdings um ein Drittel auf 678 Millionen Dollar. Schäden in der europäischen Landwirtschaft schlugen Finanzchef David Cole zufolge mit mehr als 100 Millionen Dollar Kosten zu Buche. Der sogenannte Schaden-Kosten-Satz verschlechterte sich um 10,2 Prozentpunkte auf 87,9 Prozent. Bis zu einem Wert von 100 Prozent sind Zahlungen für Schäden und Verwaltung durch Prämieneinnahmen gedeckt. Nicht äussern wollte sich Cole dazu, wie teuer Wirbelsturm "Matthew" für den Konzern wird. Für eine Schätzung sei es zu früh. Experten gehen davon aus, dass der Wirbelsturm Versicherer und Rückversicherer allein in den USA bis zu fünf Milliarden Dollar kosten könnte. Der Hurrikan führte an der Küste von Florida und angrenzenden Bundesstaaten zu Überschwemmungen und Starkregen. Im Karibikstaat Haiti starben mehr als 1000 Menschen durch den Sturm.

Marktumfeld für Katastrophenversicherung bleibt schwierig

Swiss Re räumt zudem anhaltend schwache Marktbedingungen ein. Finanzchef Cole sagte, beim Abschluss von Verträgen sei weiterhin Disziplin gefragt. Er geht davon aus, dass sich die Preise für die Deckung von Schäden durch Naturkatastrophen stabilisieren. Vor allem in der Katastrophenversicherung kämpfen Branchenprimus Münchener Rück, Swiss Re und andere Rückversicherer mit der Konkurrenz durch branchenfremde Anbieter wie Hedgefonds oder Pensionskassen, die auf der Suche nach Rendite in das Rückversicherungsgeschäft eingestiegen sind. Zudem gab es länger keine für die Branche kostspieligen Naturkatastrophen mehr, so dass viele Erstversicherer glauben, mehr Risiko selbst tragen zu können. Zudem sorgen die niedrigen Zinsen für sinkende Einnahmen bei der Kapitalanlage.

Die Prämieneinnahmen steigerte Swiss Re im dritten Quartal konzernweit um 10 Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar. Wegen des Preisdrucks vor allem im der traditionellen Naturkatastrophen-Rückversicherung forcieren die Schweizer seit einiger Zeit das Geschäft mit massgeschneiderten Versicherungslösungen für grosse Kunden.

(Reuters)