Swiss Re trotz weniger Gewinn über Prognosen

Der Rückversicherer Swiss Re hat im ersten Quartal weniger verdient als im Vorjahr, aber deutlich mehr, als prognostiziert wurde.
29.04.2016 07:41
Die Swiss Re scheint einen soliden Gewinn eingefahren zu haben.
Die Swiss Re scheint einen soliden Gewinn eingefahren zu haben.
Bild: Bloomberg

Der Rückversicherer Swiss Re hat im ersten Quartal 2016 ein gegenüber dem hohen Vorjahreswert tieferes Ergebnis erzielt. Der Gewinn liegt nach den ersten drei Monaten bei 1,23 Mrd Dollar nach 1,44 Mrd, wie die Gruppe am Freitag mitteilt. Die verdienten Prämien wuchsen um 5 Prozent auf 7,94 Mrd.

Das wichtigste Standbein, die Sach- und Haftpflicht-Rückversicherung (P&C), profitierte erneut von einer sehr tiefen Schadenbelastung. Dennoch verschlechterte sich die Combined Ratio im Vergleich zum sehr guten Vorjahreswert um 9 Prozentpunkte auf 93,3 Prozent. Nicht ganz so deutlich, um 2,6 Punkte auf 90,4 Prozent, erhöhte sich diese Kennzahl im Erstversicherungsgeschäft Corporate Solutions.

In den Sparten Life&Health (L&H) und Capital Life, die neu aus dem Bereich Admin Re geschaffen wurde, nahmen die Ergebnisse auf 244 Mio Dollar (VJ 277 Mio) bzw. auf 80 Mio (167 Mio) ab. Beide Geschäfte hatten 2015 stark von realisierten Kapitalgewinnen profitiert. Mit einer auf das Gesamtjahr hochgerechneten Eigenkapitalrendite von 16,1 Prozent ist L&H dennoch gut auf Kurs, um das Ziel von 10-12 Prozent zu erreichen.

Gewinnprognose übertroffen

Mit den Kapitalanlagen erwirtschaftete die Gruppe im ersten Quartal eine annualisierte Rendite von 3,7 Prozent nach 3,9 Prozent in der Vorjahresperiode. Das Eigenkapital stieg seit Jahresbeginn um 2,4 Mrd auf 34,8 Mrd Dollar. Die annualisierte Eigenkapitalrendite wird mit 14,6 Prozent (VJ 16,1 Prozent) angegeben. Derweil bleibt die Quote für den Schweizer Solvenztest SST der Gruppe, der im April der Finma gemeldet wurde, bei 223 Prozent, so die Swiss Re.

Mit den Kennzahlen zum ersten Quartal hat die Swiss Re die Vorgaben der Analysten mit dem Gewinn übertroffen, während die Angaben zu den Combined Ratio diese verfehlten. Den Gewinn hatten die Analysten im Durchschnitt (AWP-Konsens) bei 972 Mio Dollar, die Combined Ratio P&C bei 87,7 Prozent und jene von Corporate Solutions bei 92,6 Prozent gesehen. Derweil lagen die Schätzungen für die verdienten Prämien bei 7,72 Mrd und für das Eigenkapital bei 33,8 Mrd.

Neuer Chef Reinsurance

In einem anspruchsvollen Marktumfeld sei Swiss Re gut positioniert, Geschäftschancen voll auszuschöpfen, und die Rück- und Versicherungswirtschaft auch in Zukunft aktiv mit zu gestalten, heisst es im Ausblick. "Wir haben die Integration von Guardian Financial Services in die Geschäftseinheit Life Capital erfolgreich vorangetrieben, so dass sie bereits wesentlich zu unserem Ergebnis beiträgt", wird CEO Michel Liès in der Mitteilung zitiert.

In der April-Erneuerungsrunde, in der die Vertragserneuerungen in Asien im Vordergrund stehen, nahm das Volumen des zu erneuernden Geschäfts um 13 Prozent auf 1,7 Mrd Dollar zu. Dabei habe sich die Preisqualität weiterhin auf attraktivem Niveau bewegt, so die Mitteilung.

Bei der Swiss Re wird - wie bereits bekannt - Rückversicherungschef Christian Mumenthaler im Juli Michel Liès als Gruppen-CEO ablösen. Zum neuen CEO Reinsurance wurde nun Moses Ojeisekhoba ernannt. Er arbeitet seit 2012 bei der Swiss Re und ist derzeit CEO Reinsurance in der Region Asien. In dieser Funktion wird in ebenfalls auf den 1. Juli Jayne Plunkett ablösen.