Swiss Re und Co. - Aussichten für Rückversicherer hellen sich etwas auf

Die grossen Rückversicherer werden Experten zufolge nach den Grossschäden der vergangenen Jahre höhere Prämien für Versicherungsschutz durchsetzen können.
03.09.2019 14:11
Türschild von Swiss Re bei der Niederlassung in Toronto, Kanada.
Türschild von Swiss Re bei der Niederlassung in Toronto, Kanada.
Bild: Bloomberg

"Wir erwarten Preiserhöhungen um fünf Prozent", gab Versicherungsexperte Johannes Bender von der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) am Dienstag in Frankfurt einen Ausblick auf das wichtige Branchentreffen in Monte Carlo. Dort treffen am Wochenende Rückversicherer wie Münchener Rück, Swiss Re und Hannover Rück mit Maklern und ihren Kunden zusammen, um die Vertragabschlüsse für die Erneuerungsrunde zum Jahreswechsel vorzubesprechen. Der S&P-Rivale Fitch ist etwas pessimistischer und rechnet bei der Januar-Erneuerungsrunde nur mit einer Preiserhöhung von ein bis zwei Prozent.

Sollten sich die Schäden durch Naturkatastrophen und andere Grossschäden im Rahmen der Erwartungen bewegen, dürften die Rückversicherer 2019 und 2020 anders als in den beiden Vorjahren auch ihre Kapitalkosten verdienen, sagte Bender. Jedoch hängt viel von der atlantischen Hurrikan-Saison ab, die noch bis Ende November läuft.

Warten auf Hurrikan «Dorian»

Mit "Dorian" wütet bereits ein starker Wirbelsturm über den Bahamas und nimmt Kurs auf die USA. Obwohl er nach den aktuellen Vorhersagen kurz vor der Küste Floridas abdrehen soll, könnte er dennoch an der US-Ostküste erhebliche Schäden verursachen. Der Hurrikan werde am Dienstagabend und Mittwoch (Ortszeit) "gefährlich nah" an der Ostküste Floridas entlang ziehen, warnte das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA am Dienstag.

Für Versicherer und Rückversicherer ist ein Hurrikan in Florida ein Horrorszenario: Dort ist der Versicherungsschutz gegen Naturkatastrophen so hoch wie in keiner anderen Region der Welt. Versicherte Schäden von 30 Milliarden Dollar, wie sie Hurrikan "Irma" 2017 unter anderem in Puerto Rico und Florida verursachte, dürfte die Branchen verkraften, ohne ihre Kapitalpolster angreifen zu müssen, sagte Bender. Allerdings fehle dann der Puffer für weitere Schadenereignisse.

Neben Grossschäden hat den Rückversicherern in den vergangenen Jahren die Konkurrenz durch Hedgefonds und andere finanzkräftige Kapitalgeber zu schaffen gemacht, die sich im Niedrigzinsumfeld mit schmaleren Renditen zufriedengeben als die auf ihr Risiko bedachten Rückversicherer. Jahrelang gingen die Preise für Versicherungsschutz deshalb zurück, erst seit diesem Jahr legen sie leicht zu, wie Bender sagte. Denn auch die alternativen Anbieter haben die Grossschäden 2017 und 2018 schwer getroffen.

"In den letzten zweieinhalb Jahren haben sie Verluste erlitten", sagte Bender. Doch die Hoffnung der Rückversicherer, dass sich alternative Kapitalgeber zurückziehen, erfüllen sich nicht. Angesichts der niedrigen Zinsen bleiben Finanzprodukte attraktiv, deren Abschneiden vom Eintreten von Versicherungsrisiken abhängt.

(Reuters)

 
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