Swiss Re verpasst Gewinnprognosen deutlich

Der Rückversicherer Swiss Re hat im zweiten Quartal 2014 das Prämienvolumen deutlich ausgeweitet und etwas mehr Gewinn erzielt. Der Markt hatte aber beim Reingewinn deutlich mehr erwartet.
06.08.2014 07:37
Swiss Re kann den Markterwartungen nur teilweise gerecht werden.
Swiss Re kann den Markterwartungen nur teilweise gerecht werden.
Bild: Bloomberg

Die verdienten Prämien und Gebühreneinnahmen stiegen auf 7,56 Milliarden Dollar nach 6,80 Milliarden im Vorjahr. Der Reingewinn legte auf 802 Millionen zu von 786 Millionen in der Vergleichsperiode. Die Eigenkapitalrendite auf Jahresbasis erreichte 9,7 Prozent, nach 10,0 Prozent. Die im Juli abgeschlossene Erneuerungsrunde wird vom Management als "erfolgreich" beurteilt. In der Folge werden die Zielsetzungen für den Zeitraum bis 2015 bestätigt.

In der Hauptsparte Property & Casualty-Rückversicherung steigerte Swiss Re die Prämieneinnahmen auf 3,56 Milliarden Dollar, gegenüber von 3,17 Milliarden. Die Combined Ratio verbesserte sich auf 93,5 Prozent von 101,1 Prozent. Im zweiten Quartal 2013 hatten vor allem Schäden aus den Hochwassern, die im Juni weite Teile Zentral- und Osteuropas tagelang überflutet hatten belastet. Auf der Basis der normalerweise zu erwartenden Schadenlast sei die Combined Ratio bei 97,9 Prozent gelegen, hiess es vor Jahresfrist.

Im Life & Health-Geschäft beliefen sich die verdienten Prämien und Gebühreneinnahmen auf 2,90 Milliarden Dollar, nach 2,50 Milliarden, und Corporate Solutions erwirtschaftete Prämien von 841 Millionen, nach 686 Millionen. Admin Re schliesslich kam auf 264 Millionen verdiente Prämien und Gebühren, nach 440 Millionen.

Mit den Kapitalanlagen hat Swiss Re im Quartal auf Jahresbasis eine Rendite von 4,1 Prozent gegenüber 3,8 Prozent im Vorjahresquartal erwirtschaftet. Das Eigenkapital liegt bei 33,63 Milliarden Dollar (Q1 2014:35,0; 2013: 33,0 Milliarden). Die Eigenkapitalrendite wird auf Jahresbasis mit 9,7 Prozent ausgewiesen. Im ersten Quartal dieses Jahres betrug die EK-Rendite auf gleicher Basis 14,9 Prozent, im zweiten Quartal 2013 10,0 Prozent und im ganzen Rechnungsjahr 2013 13,7 Prozent.

Erwartungen teilweise erfüllt

Swiss Re hat mit den Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten mit den Prämieneinnahmen und dem Eigenkapital übertroffen, beim Reingewinn und der Combined Ratio hingegen deutlich verfehlt. Analysten hatten im Vorfeld im Durchschnitt (AWP-Konsens) mit verdienten Prämien von 7,38 Milliarden Dollar, einem Gewinn von 894 Millionen und einer Combined Ratio von 88,5 Prozent gerechnet. Die Schätzung für das Eigenkapital lag bei 32,98 Milliarden.

CEO Michel Liès bezeichnet die Reingewinnentwicklung im Halbjahr in der Mitteilung als "beeindruckende Leistung". Dies zeige die Stärke der Kundenbeziehungen. "Zurzeit beobachten wir einen generellen Preisdruck im Versicherungsmarkt. Dank unserer starken Position im Markt gelingt es uns dennoch, Geschäftsmöglichkeiten zu nutzen - beispielsweise in Wachstumsmärkten - und unser Gesamtportefeuille aktiv zu bewirtschaften."

"Alle Geschäftseinheiten haben im zweiten Quartal ihre Kennzahlen verbessert. Wie versprochen, steigerte L&H Re ihre operative Marge im Vergleich zur Vorjahresperiode; dennoch bleibt in diesem Segment noch viel zu tun", führt CFO David Cole aus.

Mit Finanzzielen auf Kurs

In der Vertragserneuerungsrunde Juli steigerte Swiss Re das Volumen um 8 Prozent. Seit Jahresbeginn habe der kumulierte Prämienanstieg bei den Erneuerungen 4 Prozent betragen. Das risikoadjustierte Preisniveau sei bei 108 Prozent gelegen.

Swiss Re sei auf Kurs, die Finanzziele für die Periode 2011 bis 2015 zu erreichen, heisst es weiter. Für diesen Zeitraum hat sich der Rückversicherer zum Ziel gesetzt, mit der Eigenkapitalrendite die Rendite der 5-jährigen US-Staatsanleihen um 700 Basispunkte zu übertreffen. Zudem sollen der Gewinn je Aktie und das ökonomische Eigenkapital pro Aktie (plus Dividende) jährlich jeweils um rund 10 Prozent wachsen.

(AWP)