Swiss Re von Naturkatastrophen verschont

Der Rückversicherer Swiss Re hat in einem erneut kaum von Kosten für Naturkatastrophen belasteten zweiten Quartal den Gewinn gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die Zahlen liegen aber etwas unter Konsens.
30.07.2015 07:45
Naturkatastrophen wie diese Überschwemmungen in Australien verhagelten der Swiss Re auch schon einmal das Resultat.

 Der Reingewinn stieg dabei auf 820 Mio USD nach 802 Mio, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilt. Allerdings wies die Gruppe im ersten Quartal 2015 dank einer noch geringeren Schadenlast und Gewinnrealisierungen aus Anlagenverkäufen sogar einen Gewinn von sehr hohen 1,4 Mrd aus. Somit nahm der Gewinn im Halbjahr um 11% auf 2,3 Mrd zu.

Die verdienten Prämien der Gruppe blieben im Berichtsquartal mit 7,14 Mrd USD hinter dem Vorjahreswert von 7,56 Mrd zurück. In der grössten Sparte, der Nichtlebenrückversicherung (P&C Re) nahmen sie nur leicht auf 3,50 (VJ 3,56) Mrd ab, während sich die Combined Ratio leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 93,3% verbesserte.

Im Lebenteil (L&H Re) stieg der Gewinn deutlich auf 218 Mio USD nach 48 Mio im Vorjahr. Grund dafür sei ein gutes operatives Ergebnis, höhere realisierte Nettogewinne und ein positiver Wechselkurseffekt gewesen. Damit rücke der Bereich näher in Richtung des bis 2015 angestrebten Eigenkapitalrenditeziels von 10-12%, hiess es.

Eigenkapital schrumpft

Das Eigenkapital ging derweil seit Ende März auf 32,2 Mrd USD von 36,6 Mrd zurück, Ende 2014 belief es sich auf 33,6 Mrd. Mit den Kapitalanlagen wurde eine Rendite von 4,2% (Q2 2014: 4,1%) erwirtschaftet. Die Nettoerträge aus Kapitalanlagen beliefen sich auf 898 Mio mit realisierten Anlagegewinnen von netto 328 Mio.

Die Swiss Re hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal die Vorgaben der Analysten verfehlt. Im Vorfeld schätzten die Auguren den Gewinn auf 844 Mio USD und die verdienten Prämien auf 7,57 Mrd. Die Vorgaben für die Combined Ratio lagen im Durchschnitt bei 89,4% und jene für das Eigenkapital bei 33,4 Mrd.

Ziele bestätigt

Im Ausblick sieht sich die Gruppe mit den Zielen für 2015 nach wie vor auf Kurs. Die annualisierte Eigenkapitalrendite übertraf im Halbjahr mit 13,5% den Zielvergleichswert, der sich an der Rendite fünfjähriger US-Staatsanleihen plus 700 Basispunkten orientiert. Ab 2016 orientiert sich Swiss Re dann an den zehnjährigen Staatsanleihen plus 700 BP.

Derweil steigerte Swiss Re in der Juli-Erneuerungsrunde mit Fokus auf Nord- und Südamerika sowie Australien und Neuseeland das Prämienvolumen um 31%. Dafür verantwortlich seien massgeschneiderte und grosse Transaktionen sowie Wachstum im "Regional & National" Kundensegment gewesen. Die risikoadjustierte Preisqualität des erneuerten Portefeuilles lag im ersten Halbjahr bei konstanten 105%.