Swisscom-Tochter arbeitet mit Telecom Italia zusammen

Die zu Telecom Italia (TI) gehörende Telecom Italia Mobile SPA (TIM) hat mit der Swisscom-Tochtergesellschaft Fastweb ein Joint Venture abgeschlossen.
27.07.2016 09:45
Swisscom baut mit seiner Tochter Fastweb in Italien das Glasfasernetz aus.
Swisscom baut mit seiner Tochter Fastweb in Italien das Glasfasernetz aus.
Bild: iNg

TIM und Fastweb wollen über dieses gemeinsam die Ultra-Breitbandinfrastruktur für die Fiber-to-the-Home (FTTH)-Technologie für 29 italienische Städte ausbauen. Am Joint Venture ist TIM mit 80% und Fastweb mit 20% beteiligt, wie TI am Dienstagabend anlässlich der Publikation der Halbjahreszahlen meldete. Analysten loben die Vorzüge dieses Joint Ventures.

Das Joint Venture soll die entsprechende Infrastruktur erstellen und TIM und Fastweb werden diese im Anschluss mieten. Bis 2020 sollen demnach rund drei Millionen Haushalte mit der FTTH-Technologie ausgerüstet werden. Darüber hinaus ist vorgesehen, dass TIM von Fastweb innert der kommenden 18 Monate die FTTH-Infrastruktur abkauft, um 650'000 Haushalte in sechs Städten zu bedienen. TIM und Fastweb werden darüber hinaus weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausloten, um die Ultra-Breitbandtechnologie zu einem raschen Durchbruch zu führen.

Koordiniert betreiben

Das Joint Venture erlaube es beiden Gesellschaften, den relativ teuren FTTH-Ausbau koordiniert zu betreiben, urteilt die Zürcher Kantonalbank in einer ersten Einschätzung. Fastweb komme das Joint Venture deshalb gelegen, weil sie sich auf den Ausbau von FTTS (Fiber to the Street) konzentrieren könne und mit TI den stärksten denkbaren Kooperationspartner für FTTH ausgesucht habe. Das FTTS sei vom Joint Venture nicht betroffen. Neben Kostenersparnissen durch das Vermeiden von Doppelspurigkeiten beim Ausbau des FTTH-Netzes dürfte auch dem möglichen Wettbewerb durch die Glasfaserinitiative von Enel (Open Fiber), die mit einer Vereinbarung mit anderen Anbietern Ausbaupläne hegt, Paroli geboten werden, kommentiert die ZKB weiter.

Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt die Privatbank Vontobel. Man möge diesen intelligenten strategischen Schritt, um das langfristige Wachstumspotenzial von Fastweb in einem kompetitiven italienischen Markt zu sichern, heisst es. Vor diesem Hintergrund führt Vontobel die Swisscom-Titel weiter mit einer Empfehlung von "Hold" bei einem Kursziel von 510 Franken. Neben den defensiven Qualitäten der Swisscom-Valoren wird insbesondere deren attraktive Dividendenrendite (4,6%) hervorgehoben. Die Swisscom-Aktie notiert zur Berichtszeit (9.45 Uhr) 0,2% höher bei 480,20 Franken (SMI +0,2%).

Noch Anfang Monat gab es Spekulationen, dass die Swisscom-Tochter Fastweb in Italien mit dem französischen Iliad-Konzern im Mobilfunkbereich kooperieren könnte. Von Swisscom hatte es zuletzt geheissen, dass Fastweb für alle Optionen offen sei, da sich der Markt im Umbruch befinde.

(AWP)