Syngenta-CEO Mike Mack tritt zurück

Der CEO des Saatgutherstellers Syngenta verlässt das Unternehmen per Ende Oktober. Vorübergehend übernimmt Finanzchef John Ramsey die Führung.
21.10.2015 08:09
Mike Mack, (noch) Konzernchef von Syngenta.
Mike Mack, (noch) Konzernchef von Syngenta.
Bild: Bloomberg

Syngenta-CEO Mike Mack tritt per Ende Oktober nach sieben Jahre an des Spitze des Agrochemiekonzerns zurück. Bis zur Ernennung eines Nachfolgers wird CFO John Ramsey das Unternehmen ad interim leiten. In jüngster Zeit war Mack im Zusammenhang mit dem gescheiterten Monsanto-Übernahmeangebot von Aktionärsseite unter Druck geraten.

Der Verwaltungsrat sei von Mack über die Entscheidung informiert worden und habe diese akzeptiert, teilt Syngenta am Mittwoch mit. VR-Präsident Michel Demaré bedankt sich beim abtretenden CEO für sein Engagement. Er zeigt sich überzeugt, dass die von Mack implementierte Strategie Syngenta auch im kommenden Jahrzehnt Erfolge bringen werde.

Mack selber bezeichnet den Zeitpunkt für den Rücktritt als günstig, und Syngenta werde unter neuer Führung hervorragende Perspektiven haben. Der US-Amerikaner war insgesamt 14 Jahre für Syngenta tätig und amtierte seit 2008 als Konzernchef.

Nach gescheitertem Monsanto-Angebot in Kritik

Im August hatte Syngenta den dritten Übernahmeversuch des US-Konzerns Monsanto abgewehrt. Dieser wollte das Schweizer Unternehmen für 47 Mrd USD schlucken. Eine Gruppe von kritischen Aktionären hatte vor einer Woche in einem offenen Brief vom Verwaltungsrat eine umfassende strategische Überprüfung gefordert. Es wurde kritisiert, dass Verwaltungsrat und Management in den letzten Jahren "mehrere Chancen zur Verbesserung der Wertschöpfung" verpasst hätten.

Die Vereinigung listete auch einige - in ihren Augen - Fehlverhalten des Syngenta-Managements auf. Der Verwaltungsrat habe in Bezug auf das Übernahmeangebot des amerikanischen Konkurrenten Monsanto nicht nach den Regeln guter Corporate Governance gehandelt, lautete ein Vorwurf. Ausserdem scheine es so, als ob das Management nach dem Ausstieg von Monsanto seine vielgepriesene "integrierte Strategie" aufgegeben habe und jetzt versuche, das margenstarke Geschäft mit Gemüsesaatgut zu veräussern, so die direkte Kritik am Management.

(AWP)