Syngenta durch Dollar und schwache US-Saison gebremst

Der starke Dollar und der langsame Start in die US-Anbausaison haben Syngenta im ersten Halbjahr gebremst.
22.07.2016 07:26
Syngenta-Logo auf dem Feld.
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Bild: ZVG

Der Umsatz sank in der Berichtsperiode um 7% auf 7,09 Milliarden US-Dollar, zu konstanten Wechselkursen hätte er um 2% abgenommen. Der integrierte Umsatz - der Geschäftsbereich "Lawn and Garden" also ausgerechnet - lag bei 6,76 Milliarden US-Dollar (-8%). Die Absatzmengen sanken um 4%, während die Verkaufspreise des Agrochemiekonzerns durchschnittlich 1% höher waren.

Syngenta sah sich Angaben vom Freitag zufolge mit schwierigen Marktbedingungen konfrontiert, etwa mit niedrigen Rohstoffpreisen sowie wirtschaftlichen und währungsbedingten Herausforderungen. Dafür dürften die mit dem AOL-Programm erzielten Einsparungen mit 300 Millionen US-Dollar auch dieses Jahr das Ziel übertreffen.

Das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA ging um 12% auf 1,77 Milliarden US-Dollar zurück, zu konstanten Wechselkursen um 2%. Die entsprechende Marge lag mit 24,9% um 1,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Der Reingewinn nahm um 13% auf 1,06 Milliarden ab, der Gewinn pro Aktie um 14% auf 12,69 US-Dollar.

Mit dem vorgelegten Zahlenset hat Syngenta die Erwartungen des Marktes verfehlt. Von AWP befragte Analysten rechneten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 7,15 Milliarden und einem EBITDA von 1,89 Milliarden US-Dollar.

Gewinnmarge vom Vorjahr soll gehalten werden

Syngenta erzielt wegen der hohen Saisonalität des Agrogeschäfts im ersten Halbjahr immer ein klar höheres Ergebnis als in der zweiten Jahreshälfte.

Das Unternehmen äussert sich zudem zu den Auswirkungen des Brexit, verfüge es doch über grosse Standorte für F&E und Fertigung in Grossbritannien. Weil der Umsatz im Land hingegen nur etwa 1% des Gesamtumsatzes ausmache, habe Syngenta daher eine Netto-Short-Position gegenüber dem britischen Pfund. Das durch das Pfund bedingte Risiko für das EBITDA 2016 werde aber "grösstenteils" durch Absicherungsgeschäfte abgedeckt.

Mit Blick auf das Gesamtjahr geht Syngenta davon aus, die EBITDA-Marge etwa auf dem Vorjahresniveau zu halten. Zudem soll der Free Cashflow auf über 1 Milliarden US-Dollar steigen.

Zum Stand der laufenden Übernahmeofferte von ChemChina gibt es wenig Neues: Man führe konstruktive Gespräche mit allen Regulierungsbehörden, was das Vertrauen stärke, dass bis Ende des Jahres die Transaktion abgeschlossen sein werde.

(Reuters/AWP)