Syngenta hält Schweizer Börse in der Gewinnzone

Die Schweizer Börse hat am Montag insgesamt wenig verändert tendiert. Kräftige Kursgewinne der Syngenta-Aktien hielten den Markt in der Gewinnzone.
22.08.2016 17:30
Der Kurssprung der Syngenta-Aktien hat die Schweizer Börse am Montag ins Plus gehievt.
Der Kurssprung der Syngenta-Aktien hat die Schweizer Börse am Montag ins Plus gehievt.
Bild: Bloomberg

Die Anteile des Pflanzenschutzherstellers schossen nach der Zustimmung des US-Ausschusses CFIUS zur Übernahme durch ChemChina um mehr als elf Prozent hoch. Der Gesamtmarkt litt jedoch unter der Angst der Anleger vor höheren US-Zinsen und unter Gewinnmitnahmen bei den schwergewichtigen Nestle-Aktien.

Der SMI notierte mit 8158 Punkten 0,4 Prozent im Plus. Mehr als 30 Punkte gingen auf das Konto von Syngenta. Am Freitag war der Leitindex um 0,8 Prozent gefallen.

Die Syngenta-Aktien legten bei gewaltigen Umsätzen um 10,6 Prozent auf 421 Franken zu. Dies ist der höchste Stand seit 15 Monaten und der grösste Kurssprung seit der 45 Milliarden Dollar schweren Offerte von Monsanto für den Schweizer Agrarchemie-Konzern im Mai 2015.

Der chinesische Chemieriese ChemChina hat mit der Freigabe von CFIUS auf dem Weg zur Übernahme eine wichtige Hürde genommen. Beide Firmen gehen weiterhin davon aus, die 43 Milliarden Dollar schwere Transaktion bis Jahresende abzuschliessen. Der Staatskonzern bietet den Syngenta-Aktionären insgesamt 453 Franken je Aktie. Dass die Aktie unter dem Angebotspreis notiert, erklärten Händler vor allem damit, dass noch einige andere Bewilligungen ausstünden. "Die wichtigste Hürde aber ist genommen", sagte ein Händler. Ein anderer Börsianer sprach von einem "kartellbezogenen Discount". "Je mehr Wettbewerbsbehörden zustimmen, umso näher dürfte der Kurs gegen 450 Franken steigen", sagte er. Die Entscheidung des CFIUS könnte für andere Zusammenschlüsse in der Branche wie die Übernahme von Monsanto durch Bayer Signalwirkung haben.

Ruhiger Handel

Ansonsten verlief das Geschäft laut Händlern in ruhigen Bahnen. Vor dem Treffen der Notenbanker ab Donnerstag in Jackson Hole dürften sich die Marktteilnehmer zurückhalten, hiess es. Mit besonderer Spannung wird dabei auf die Rede von Fed-Chefin Janet Yellen am Freitag gewartet. Dass sie den Märkten die Hoffnung auf weiterhin tiefe Zinsen nehmen könnte, glaubten Händler nicht. Zuletzt hatten prominente Fed-Vertreter Signale für ein früher als erwartetes Anziehen der Zinsschraube ausgesandt und damit die Marktteilnehmer aufgeschreckt. Sei hofften, dass Frau Yellen versuchen dürfte, den Märkten die Zinsängste zu nehmen, hiess es.

Bei den Standardwerten hielten sich bei meist geringen Kursänderungen Gewinner und Verlierer die Waage. Die Anteile der Sanitärtechnikfirma Geberit konsolidierten die nach der Vorlage des Halbjahresberichts erzielten Kursgewinne. Die Papiere des Luxusgüterherstellers Richemont setzten den Abwärtstrend fort. Rivale Swatch gab ebenfalls leicht nach.

Bei den Aktien der Banken setzte sich ähnlich wie bei den europäischen Mitbewerbern kein klarer Trend durch. UBS ermässigten legten 0,2 Prozent zu und Credit Suisse stiegen um ein Prozent. Julius Bär schwächten sich um 0,6 Prozent ab. Die Assekuranztitel konnten sich in der Gewinnzone halten.

Bei den Aktien zyklischer Firmen gewannen die Anteile des Personaldienstleiters Adecco 0,8 Prozent. Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB und des Prüfkonzern SGS rutschten ins Minus. Der Zementkonzern LafargeHolcim und die Chemiefirma Clariant rückten gegen ein Prozent vor.

Die Gewinne des Indexschwergewichts Novartis schmolzen ab, hingegen Roche waren 0,7 Prozent höher. Erstmals seit längerer Zeit nahm der Pharmariese Novartis wieder das Aktienrückkaufprogramm auf und kaufte über die zweite Linie an der Schweizer Börse eigene Aktien.

Ascom mit Kurssprung

Am breiten Markt stachen die Aktien von Ascom mit einem Kurssprung von 8,2 Prozent heraus. Der Telekomausrüster hat die Sparte Network Testing verkauft, die laut Analysten wertvernichtend war. Gewinnmitnahmen drückten die Aktien von Arbonia Forster um 1,9 Prozent. Der Bauausrüster hatte Mitte August ein besser als erwartetes Ergebnis vorgelegt.

(Reuters)