Tecan überfritt Erwartungen - trotz Gewinnrückgang

Der Laborausrüster Tecan hat im ersten Halbjahr mehr umgesetzt, unter dem Strich aber weniger verdient als im Vorjahr.
16.08.2016 07:45
Der Hauptsitz von Tecan in Männedorf am Zürichsee.
Der Hauptsitz von Tecan in Männedorf am Zürichsee.
Bild: ZVG

Belastet wurde das Ergebnis einerseits durch Integrationskosten für den im letzten Jahr übernommenen OEM-Anbieter Sias und anderseits dadurch, dass die Steuerrate im ersten Halbjahr 2015 deutlich niedriger und das Finanzergebnis durch vorübergehende Erträge aus Währungssicherungsmassnahmen um 4,0 Mio CHF höher ausfiel. Das Unternehmen bestätigt seine bisherigen Ziel für das Gesamtjahr.

Den Auftragseingang erhöhte Tecan im ersten Semester 2016 um 13% respektive um 11% in Lokalwährung auf 250,6 Mio CHF. Der Umsatz legte um 18% beziehungsweise um 15% in Lokalwährung auf 235,3 Mio CHF zu, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) wuchs derweil um 16% auf 37,9 Mio CHF. Die EBITDA- Marge lag inklusive der Integrationskosten und Margenminderung im Zusammenhang mit der Übernahme der Sias bei 16,1% (VJ 16,3%). Unter dem Strich resultiere ein Gewinn von 23,5 Mio, was einer Abnahme von 9,7% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Der Bereich Life Sciences Business (Endkundengeschäft) steuerte 117,7 Mio zum Umsatz bei, was einer Steigerung um 9,5% (LW +5,8%) entspricht. Partnering Business (OEM-Geschäft) erhöhte den Umsatz um 27% (LW +26,0%) auf 117,6 Mio CHF. Auf organischer Basis, ohne Einbeziehung der Verkäufe von Sias, stieg der Umsatz in diesem Bereich 13% in Lokalwährungen.

Mit den vorgelegten Resultaten hat Tecan die Erwartungen von Analysten übertroffen. Die Experten hatten (AWP-Konsens) mit einem Umsatz von 229,5 Mio, einem EBITDA von 35,8 Mio und einem Reingewinn von 22,4 Mio CHF gerechnet.

Für das laufende Jahr bestätigte das Management die bisherige Guidance. Danach erwartet Tecan weiterhin einen zweistelligen Anstieg des Gruppenumsatzes in Lokalwährungen und einen weiteren Anstieg der zugrundeliegenden EBITDA-Marge um mindestens 50 Basispunkte; dies ohne Berücksichtigung von Sias und bereinigt um positive Einmaleffekte im Jahr 2015 (hauptsächlich Anpassungen der Personalvorsorgeverpflichtungen).

Tecan gehe für 2016 zudem weiter davon aus, dass die Integrationskosten im Zusammenhang mit der Übernahme von Sias einen mittleren einstelligen Millionenbetrag in Schweizer Franken erreichen werden, heisst es weiter. Ab 2017 rechnet Tecan mit einem positiven Gewinnbeitrag aus der Übernahme. Trotz dieser einmaligen Integrationskosten und dem Wegfall der positiven Einmaleffekte vom Vorjahr, wird ein EBITDA für das Geschäftsjahr 2016 mindestens auf einem vergleichbaren Niveau wie 2015 erwartet.

(AWP)